Halberstadt l Extra-Applaus für die Spiegel-Schüler. Ist doch die ganze Grundschule ins Theater gegangen, um zu erleben, wie andere Kinder und Jugendliche Theater spielen. So waren die Ränge gut gefüllt, als gestern früh Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke) gemeinsam mit Intendant Johannes Rieger und Theaterpädagogin Anja Grasmeier die 15. Regionalen Schülertheatertage eröffnete.

13 Gruppen aus dem gesamten Kreisgebiet haben sich diesmal angemeldet, so viele wie noch nie. "Deshalb haben wir erstmals ein dreitägiges Programm", sagte Anja Grasmeier erfreut. 220 Akteure wollen singend, spielend und tanzend zeigen, wieviel darstellerisches Talent sich in der Region verbirgt. "Wir alle würden uns freuen, wenn die Bedingungen zum Theaterspielen in den Schulen besser werden", äußerte Anja Grasmeier. "Vielleicht kann man ja einen Vorhang anschaffen, oder Scheinwerfer oder Unterstützung geben bei der Gestaltung von Kostümen und Bühnenbild", sagte die Theaterpädagogin.

In der vergangenen 15 Jahren waren es rund 2000 Schüler, die sich an den Treffen beteiligt haben, ihre Stücke präsentierten, in Erfahrungsaustausch traten und neue Ideen mitnahmen.

Viele der Gruppen in diesem Jahr haben ihre Beteiligung ein ganzes Jahr lang vorbereitet, das Stück ausgesucht oder sogar selbst entwickelt, jede Woche geprobt, Requisiten angefertigt, berichtete Anja Grasmeier, bevor sie gemeinsam mit den fast 500 jungen Gästen im Theatersaal die Bühne freigab. In das lautstarke "Drei, zwei, eins, los!" stimmten Theaterintendant Johannes Rieger, der als Hausherr allen "toi, toi, toi" wünschte, und OB Henke ein.

Letzterer hatte zuvor als Oberbürgermeister und ehrenamtlicher Geschäftsführer des Theaterzweckverbandes die jungen Mimen begrüßt. "Es ist für mich eine ganz große Freude, euch zum großen Rollentausch begrüßen zu können." Die jungen Akteure würden sicher wie die Profis des Theaters spannende, lustige, aufregende, einfühlsame Stücke präsentieren, die zum Zuschauen einladen. Henke, selbst bekennender Facebook-Nutzer, sagte zu den jungen Gästen, dass man auf sozialen Netzwerken heute Gefühle und Erlebnisse teile. "Eines der ältesten sozialen Netzwerke ist das Theater. Ob es angesichts der technischen Entwicklung Facebook in 100 Jahren noch gibt, ist fraglich. Aber Theater haben wir sicher noch in mehreren hundert Jahren, solange es wissbegierige und spielfreudige junge Menschen wie euch gibt."

Den jungen Akteure werden in den Pausen auf dem Theaterplatz Bewegungsmöglichkeiten am Spielmobil der Kreissportjugend geboten, damit sie dann wieder konzentriert zuschauen können. Auch Getränke und Mittagessen gibt es für die jungen Schauspieler kostenfrei. Ermöglicht haben das die beiden Theaterfördervereine in Halberstadt und Quedlinburg.

Wer mag, kann heute und morgen ab 9 Uhr im Großen Haus Halberstadt zuschauen, der Eintritt ist frei. Die weiteren Aufführungen beginnen gegen 10.30, 12 und 13.30 Uhr.

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