Kunst aus unterschiedlichsten Ländern erobert im Spätsommer Halberstadts leerstehende Gebäude und Plätze. Die in Halberstadt und London lebende Ilka Leukefeld will so auch die Stadt selbst bekannter machen.

Halberstadt l Fußball ist keineswegs alles. Trotz Fußballfieber wächst in Halberstadt ein besonderes Projekt. Mit einer Internationalen Kunstbiennale wollen Ilka Leukefeld und befreundete Künstler die Kunstlandschaft der Kreisstadt um neue Facetten bereichern und vor allem moderne Kunst stärker in der Stadt verankern. "Halberstadt besitzt ein großes Potenzial, um eine zeitgenössische Kunstszene zu beherbergen", unterstreicht Leukefeld. Die Schirmherrschaft über die Biennale hat Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke) übernommen.

Wer erst einmal in der Stadt ist, entdeckt viel mehr

Die Künstler sind sich sicher, dass die Präsenz von internationalen Kunstschaffenden in der Stadt ein Publikumsmagnet sein wird, der Besucher aus nah und fern anzieht. Doch nicht nur das. Durch die Biennale versprechen sie sich auch Synergieeffekte für die gesamte Kulturlandschaft, die indirekt durch die alle zwei Jahre geplante Ausstellung mit beworben wird. Wer erst einmal in Halberstadt ist, entdeckt als Inspirationsquelle so vieles mehr, zum Beispiel die reiche Museumslandschaft der Stadt.

Für einen Monat, vom 6. September bis zum 5. Oktober, wird Halberstadt unübersehbar von Kunst geprägt sein. Zehn Künstler bestimmen das Bild der 1. Biennale mit dem Namen "M K H - MONAT_KUNST_Halberstadt" aus. Die Künstler kommen aus Deutschland, Italien, Luxemburg, England und Österreich. "Es sind alles Leute, die ich als Mensch und als Künstler sehr schätze", sagt Kuratorin Ilka Leukefeld. Unter ihnen ist auch Alexander Kluge, dem als Filmemacher, Autor und Querdenker erst in diesem Jahr eine große Ausstellung im Gleimhaus und Herrenhaus des Burchardiklosters gewidmet war. Alle Künstler stehen für zeitgenössische Arbeiten mit verschiedenen Medien, Fotografie, Zeichnung, Installation, Videokunst, Skulpturen und Performances.

Als Ausstellungsorte wurden das Hallenbad, der Bibliothekskeller, die Galerie im Kunsthof, das Schraube-Museum, der Domplatz, die Dominikanerstraße 17 und 19, die Bahnhofshalle, der Breite Weg und das ehemalige Klubhaus ausgewählt. Für die Umsetzung des Projektes hat sich ein Verein gegründet, dem inzwischen auch Hans Hermann Richter, Uschi Hülsdell und Stefan Wyludda angehören.

Die Fäden zur Vorbereitung des Events laufen bei Ilka Leukefeld und Rebekka Prell, 1. und 2. Vorstand des Vereins, zusammen. Seit Anfang der Woche haben sie ein eigenes Organisationsbüro im Rathaus, in unmittelbarer Nähe des Kulturamtes und sind unter der Telefonnummer (0 39 41) 55 14 12 für Informationen oder Nachfragen zu erreichen, notfalls auch über den Anrufbeantworter.

Auf weitere Unterstützung angewiesen

"Großzügige und kulturliebende Sponsoren unterstützen uns bereits", berichtete Ilka Leukefeld. Dennoch ist dem Verein eine weitere Förderung und Zuwendung immer willkommen, um "ein großes Kunsterlebnis mit internationaler Öffentlichkeit, starker lokaler Präsenz, hochwertigen Kunstwerken und letztlich eine nachhaltige Perspektive erarbeiten können".

Bei der Harzsparkasse ist ein Spendenkonto für das Vorhaben eingerichtet worden, teilte der Vereinsvorstand mit. Eine weitere Möglichkeit, das Projekt über das sogenannte "crowd-funding" zu unterstützen, besteht über www.indiegogo.com. (Crowd-funding ist eine neuartige Finanzierungsform per Internet, Anm. d. Red.)

Hans Hermann Richter hat zwei Ölzeichnungen als Dank für eine darüber eingezahlte Spende angeboten.

Die web-site www.mkh-biennale.de informiert im Detail über die Biennale und die Menschen, die hinter diesem Projekt stehen.

Spendenkonto Monat_Kunst_Halberstadt, IBAN: DE91 8105 2000 0901 0288 27, BIC: NOLADE21 HRZ, Stichwort M_K_H_2014