Halberstadt (tj). Der Verein "Kinder von Tschernobyl der Region Halberstadt" möchte auch in dem neuen Jahr wieder einen Hilfstransport in das weißrussische Dobrusch schicken. Die Mitglieder des Vereins haben sich vorgenommen, anlässlich des 25. Jahrestages der Katastrophe von Tschernobyl 250 Hilfspakete für den Transport vorzubereiten.

"Mit dem neuen Jahr steht unser Verein vor einer besonderen Herausforderung – denn am 26. April vor 25 Jahren veränderte die Explosion des vierten Reaktors des Tschernobyler Kernkraftwerkes das Leben von Generationen in Weißrussland schlagartig. Auch wenn das Leid der Opfer wegen fast täglicher neuer Katastrophenmeldungen nach und nach aus dem Bewusstsein schwindet, darf nicht vergessen werden, dass 25 Jahre für die Halbwertzeit der meisten gesundheitsschädigenden radioaktiven Stoffe, die durch die Explosion freigesetzt wurden, ein Lidschlag bedeuten und ihre Gefährlichkeit nicht verringert hat", erklärt die Vereinsvorsitzende Kathrin Thiele.

Zwar warne man im Zusammenhang mit der Verlängerung der Atomkraftwerklaufzeiten in Deutschland, der Endlagerung des Atommülls und der Waldbrände in Russland nahe der verseuchten Waldgebiete vor der Gefährlichkeit der Kernkraft – allerdings bleibe die Stimme der Opfer ungehört. "Ihre Unterstützung wird geringer und geringer", so Thiele weiter. "Deshalb wollen wir die Stimme der Tschernobylopfer wieder in die Öffentlichkeit bringen und mit einer Paketaktion für 250 weißrussische Kinder ein Hilfspaket mit Schulbedarf, Spielzeug, Hygenieartikeln und Süßigkeiten packen."

Für dieses Vorhaben bittet Kathrin Thiele um Hilfe. Einerseits seien Spenden für den Transport notwendig, andererseits nehme man auch gerne entsprechende Sachspenden in dem Halberstädter Büro, Bakenstraße 80, während der Sprechzeit donnerstags von 14 bis 17 Uhr entgegen. Ein anderer Zeitpunkt kann unter den Telefonnummern (0 39 41) 44 46 54 und (0 39 41) 62 31 30 oder per E-Mail an kinder-aus-dobrusch@gmx.de vereinbart werden. Eine vom Finanzamt anerkannte Spendenquittung für eine Geld- oder Sachspende wird ausgestellt.

Kathrin Thiele liegt es auch noch am Herzen, sich im Namen des Vereins bei allen Freunden, Gasteltern und Helfern für ihre Treue zu bedanken. "Ein besonderer Dank gilt dabei allen, die mit ihrer Spende dazu beigetragen haben, dass wir mit dem Neujahrs- transport des Hildesheimer Kirchenkreises 78 Hilfspakete nach Dobrusch senden konnten", sagt die Vereinsvorsitzende.

Allein die Spenden machten es möglich, dass für 22 Pakete Hygenieartikel und Süßigkeiten gekauft werden konnten, um sozial schwachen Dobruscher Familien eine Freude zu machen. Der Hildesheimer Transport sei gut in Gomel angekommen, allerdings sei noch keine Freigabe der Hilfspakete durch den weißrussischen Zoll erfolgt. "Doch wir sind optimistisch und hoffen, dass wir bald eine Information von unseren Dobruscher Schützlingen erhalten werden", schließt Thiele.

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