Höhepunkt an der Berufsschule "Geschwister Scholl", Zeugnisübergabe an die Absolventen. In der Festrede gibt es nicht nur Rückblicke, auch jene voraus. Denn: Das Lernen geht immer weiter.

Böhnshausen/Halberstadt l In mehreren feierlichen Veranstaltungen erhielten die Absolventen der Berufsschule "Geschwister Scholl" ihre Abschlusszeugnisse übergeben. Für 321junge Menschen endet die Berufsausbildung, für 131Vollzeitschüler die Fachoberschule. In der Aula des Martineums durfte das Thema Fußball nicht fehlen. So verwies Schulleiter Hans Dieter Ahrent auf ein Zitat des früheren Nationaltrainers Sepp Herberger. "Das nächste Spiel ist das schwerste".

Dazu mahnte er: "Sie werden bei aller Euphorie über bestandene Prüfungen, den errungenen Abschluss und das begehrte Zeugnis schon bald mit notwendigen Fortbildungen bei ihrer Berufsausübung konfrontiert werden". So liegt es also an den Absolventen, die Leiter der beruflichen Entwicklung weiter zu erklimmen, "denn nach oben sind durchaus noch ein paar Sprossen frei".

Im Rückblick auf die vergangenen Ausbildungsjahre sagte Ahrent, dass die Berufsschule kein Ort sei, "an dem Kinder an die Hand genommen werden. Nein, das ist eine Schule für junge Erwachsene, denen ihrem Alter entsprechend ein hohes Maß an Selbstständigkeit abverlangt wird".

Neben dem Unterricht gab es in einigen Klassen Höhepunkte, die noch lange in Erinnerung bleiben dürften. So unternahmen die Industriekaufleute einen Ausflug nach Hannover, um an der Hauptversammlung von VW teilzunehmen - ein Ereignis, das gewöhnlich nur VW-Aktionären vorbehalten ist. "Dank dem Organisationstalent von Frau Claudia Quednau konnten Sie dabei sein und eine nicht alltägliche Unterrichtseinheit erleben".

Eine Pflanzaktion hinterließ Spuren an der Schule. Besuche der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Langenstein-Zwieberge oder in der Glasmanufaktur in Derenburg gehörten zum Programm ebenso wie verschiedene Schuljahresabschlusswanderungen. Die Schüler der drei Kaufleuteklassen besuchten "lehrplan-obligatorisch" Weihnachtsmärkte. Nirgends war die Lehrplaneinheit "Beobachtung von Verkaufsgesprächen in besonderen Verkaufssituationen" besser und anschaulicher umzusetzen als dort.

Auch ein Klassenbaby ziert die Erfolgsbilanz, zumal die junge Mutter die Ausbildung nicht unterbrochen und mit guten Ergebnissen abgeschlossen hat. Yves Scharf ermöglichte mit seiner Spendenfahrt das Backen von zahlreichen Plätzchen für den Förderverein. Falschgeldschulung und ein Verkehrssicherheitstraining gehören zu den unkonventionellen Lehrplanangeboten.

Allen Absolventen wünschte der Schuleiter alles Gute und bedankte sich beim Förderverein mit der Vorsitzenden Grit Kirste. Für die kulturelle Umrahmung sorgten Paulina Kotowska, Hannah Lehmann, Franziska Kleinau sowie Jan Pascal Thiede, technisch unterstützt von Ulrich Kallenberger.