Ein außergewöhnliches Kunstprojekt soll Anfang September in Halberstadt starten: die Internationale Biennale des Vereins "Monat_Kunst_Halberstadt". An sieben Orten sind zehn Ausstellungen über vier Wochen geplant.

Halberstadt l Ganz im Zeichen der Kunst wird Halberstadt stehen - und das über volle vier Wochen in der Zeit vom 6. September bis 5. Oktober. Die Internationale Biennale, die unter dem Motto "Zeitgenössische Menagerie Visueller Philosoph_innen" steht, ist an mehreren Orten gleichzeitig zu sehen. Es ist das erste große Projekt des noch jungen Vereins "Monat_Kunst_Halberstadt". Das Forum Halberstadt unterstützt das Vorhaben und hat dem Kunstverein am Montag 750 Euro gespendet.

"Der Monat_Kunst_Halberstadt verspricht mit seinem Konzept außergewöhnliche ästhetische Erfahrungen in jeder Hinsicht und für alle Beteiligten", sagt Ilka Leukefeld. Sie lebt und arbeitet als freie Künstlerin in London und ist Kuratorin der Halberstädter Biennale. Das Besondere des Events ist, dass zahlreiche Orte in der Stadt in den Mittelpunkt gerückt werden sollen, die im Alltag wenig Beachtung finden oder gar nicht zugänglich sind. Mit der Einbeziehung von in erster Linie leerstehenden Gebäuden und Schaufenstern, durch Installationen im Freien und anderen Aktivitäten soll die ausgestellte Kunst in der gesamten Stadt präsent sein und verschiedene Bereiche miteinander verknüpfen, so das erklärte Ziel der Biennale.

"Die ungewöhnlichen Räume bieten eine aufsehenerregende Bühne für die künstlerischen Arbeiten..."

Ilka Leukefeld, Künstlerin und Kuratorin

"Die ungewöhnlichen Räume bieten eine aufsehenerregende Bühne für die künstlerischen Arbeiten und stehen dabei auch selbst im Scheinwerferlicht - eine Gesamtheit an RaumKunst entsteht, ohne dass dabei die Arbeiten speziell für die Orte konzipiert sein müssen", macht Ilka Leukefeld neugierig. Zu diesen Orten gehören die Galerie im Kunsthof, der Kunsthof selbst und das Schraube Museum in der Voigtei sowie die Rathauspassagen. Ganz gezielt hat der Verein aber auch das seit Jahrzehnten verwaiste Hallenbad in der Bödcherstraße und den Leerstand der Ladenzeile in der Dominikanerstraße mit einbezogen. Insgesamt zehn Ausstellungen sollen an sieben Orten zu sehen sein. Eine Veranstaltung, die alle zwei Jahre wiederkehren soll, so das Ziel der Vereinsmitglieder.

Das Forum Halberstadt gehört zu den Unterstützern des Kunstprojekts. "Die Stadtratsfraktion hat über viele Jahre die Aufwandsentschädigungen der Stadträte für Vereine in Halberstadt gespendet. Insgesamt mehrere Tausend Euro", berichtet Heidi Günther. Die 750 Euro für die Biennale seien nun die letzte Spende der ehemaligen Fraktion. Das Forum ist zur Kommunalwahl im Mai nicht wieder angetreten, weil es keinen politischen Nachwuchs in den Forum-Reihen gibt.

Derzeit rühren die Mitglieder des Vereins Monat_Kunst_Halberstadt kräftig die Werbetrommel, um weitere Sponsoren zu finden. Bisher klafft im Budget der Biennale noch ein großes Loch. Der Maler Hans-Hermann Richter aus Huy-Neinstedt hat drei Arbeiten gespendet. Die Halberstädter Wohnungsgesellschaft (HaWoGe) stellt Ausstellungsräume kostenfrei zur Verfügung. Insgesamt muss der Verein selbst 7000 Euro zusammenbekommen, um einen bei der Lotto-Toto GmbH beantragten Zuschuss zu erhalten. Die Gesamtkosten liegen nach Vereinsangaben bei etwa 55 000 Euro.

Spenden für die Internationale Biennale sind möglich unter: Monat_Kunst_Halberstadt e.V., Spendenstichwort: M_K_H 2014, IBAN: DE91 8105 2000 0901 0288 27, BIC: NOLADE21HRZ