Wernigerode l Im Wernigeröder Stadtzentrum herrscht seit Donnerstagmorgen Ausnahmezustand. Große Teile der Innenstadt sind wie angekündigt für den Fahrzeugverkehr gesperrt worden. Viele Anwohner müssen mit Einschränkungen leben, für Besucher des Sachsen-Anhalt-Tages ist die Innenstadt mit dem Auto gänzlich tabu.

"Mein Tipp ist glasklar: Wenn irgendwie möglich, sollten die Besucher mit der Bahn nach Wernigerode anreisen", sagt Ordnungsdezernent Volker Friedrich. "Wer mit dem Auto kommt, muss das Fahrzeug auf einem unserer beiden Großparkplätze an Stadtrand abstellen und mit dem Bus-Shuttle ins Zentrum fahren", erklärt der 60-Jährige.

Mit Blick auf die erwarteten Besuchermassen - die Veranstalter rechnen von heute bis zum Sonntag mit weit mehr als 200 000 Gästen - sind in der Nähe der B 6 zwei große Stellflächen vorbereitet worden. "Wir haben schätzungsweise 6000 Parkplätze an der B 244 im Gewerbegebiet Smatvelde und weitere rund 5000 auf einem abgeernteten Feld im Bereich Stadtfeld vorbereitet", sagt Volker Friedrich. Die Großparkplätze sind über die B-6-Abfahrten Wernigerode-Zentrum und Wernigerode-Nord erreichbar.

Dort können die ankommenden Besucher ihre Buttons, die als Eintrittskarte zur Festmeile und zugleich als Ticket für den Bustransfer gelten, erwerben. Anschließend geht es im Minutentakt direkt ins Zentrum.

Um die Besucher ohne größere Wartezeiten zu chauffieren, sitzen ab heute alle verfügbaren Mitarbeiter der Harzer Verkehrsbetriebe (HVB) hinterm Steuer. "Zusätzlich zu den 34 Fahrern, die am Wochenende unseren normalen Linienbetrieb im Harzkreis abwickeln, haben wir weitere 44 Fahrerinnen und Fahrer im Einsatz", rechnet der Wernigeröder HVB-Betriebsleiter Klaus-Dieter Borsch vor. Betriebsintern gilt das Prinzip: Wer einen Bus-Führerschein besitzt und verfügbar ist, ist mit an Bord.

Die HVB-Planer stellen sich auf einen großen Ansturm ein - zwischen dem Stadtfeld-Parkplatz und dem Anger pendeln permanent sechs Busse, kündigt Borsch an. "Wir streben einen Fünf-Minuten-Takt an und rechnen stündlich mit 750 Fahrgästen pro Parkplatz." Und der Betriebsleiter hat einen großen Wunsch: "Wichtig ist, dass keine parkenden Autos unsere Transferstrecken zum Anger und zum Breitscheidplatz blockieren."

Was für die HVB im Kleinen gilt, lässt sich analog auf die Bahn übertragen. Die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (Nasa) habe die Kapazitäten zum Landesfest massiv aufgestockt, kündigt Nasa-Sprecher Wolfgang Ball an.

Insbesondere abends sowie in den Nächten zum Sonnabend und zum Sonntag fahren zusätzliche Züge in Richtung Vienenburg/Goslar, Halle, Oschersleben/Magdeburg, Quedlinburg/Thale und Blankenburg und Sonntag früh nach Halberstadt mit Anschluss nach Magdeburg. "Tagsüber haben wir zwischen Wernigerode und Halberstadt etwa einen halbstündlichen Takt", sagt Ball. Selbst Nachtschwärmer können auf die Bahn setzen: Die letzten Züge Richtung Halberstadt verlassen die bunte Stadt nach Balls Worten um 1.21 Uhr. In Halberstadt gebe es Anschlusszüge nach Magdeburg (mit Halt in Nienhagen und Oschersleben) sowie nach Quedlinburg und Thale. Der letzte Zug für Gäste aus Halle verlasse Wernigerode um 0.11 Uhr.

Für die Fahrt empfiehlt der Nasa-Sprecher das Sachsen-Anhalt-Ticket. Schüler können obendrein ab Sonnabend das Schülerferienticket nutzen, das dann schon gilt.

Die Insa-Fahrplanauskunft für Bus und Bahn ist unter Telefon (03 91) 5 36 31 80 zu erreichen.

 

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