Das regionale Sommercamp der evangelischen Kirchengemeinden hat in diesem Jahr eine Rekord-Teilnehmerzahl erreicht: 57Kinder und Jugendliche sowie sechs Erwachsene zelten auf dem Gelände des Gemeindezentrums in Großalsleben.

Großalsleben/Vorharz l Die große Schar der Teilnehmer sorgt für zufriedene Gesichter bei den Pfarrern Arnulf Kaus und Christian Plötner sowie ihren fleißigen Helfern. "Wir haben alle Hände voll zu tun, aber das macht uns bei diesem großen Zuspruch auch sehr viel Spaß", äußert sich Kaus gegenüber der Volksstimme. "Es gab im Vorfeld so viele Anmeldungswünsche wie nie zuvor. Wir mussten einige Kinder sogar auf das nächste Jahr vertrösten, da einfach die Kapazität erreicht war."

Die Kirchengemeinden hatten das beliebte Camp in diesem Jahr nach Großalsleben verlegt, da am vorgesehenen Ort in Wegeleben derzeit gebaut wird. Für die Kinder aus dem Vorharz ist das aber kein Problem, liegt die Börde doch quasi vor ihrer Haustür.

Die große Sommerhitze machten den Teilnehmern einigermaßen zu schaffen. "An den Nachmittagen stand jeweils der Besuch der Großalslebener Badeanstalt an", erläutert Kaus weiter. "Die Spiele und Basteleien haben wir auf den frühen Abend verlegt."

Das Camp steht in diesem Jahr unter dem Motto "Was ist Glück?". An den Vormittagen beschäftigen sich die Kinder mit dem Thema, angeleitet von den Pfarrern und ihren Helfern. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Vorbereitung des Sonntags-Gottesdienstes in der Großalslebener Kirche.

An diesem Tag kommen auch die Eltern und Verwandten vorbei und schauen sich an, was ihre Zöglinge so alles gelernt haben. Es wird ein Stück aufgeführt, dabei dreht es sich um den verlorenen Sohn. "Es geht darum, zu erkennen wo man hingehört", erklärt Christian Plötner. "Dabei stellt sich dann auch die Frage nach dem Glück."

Glückliche Tage verleben die Teilnehmer im Camp auf jeden Fall. Angelina und Ronja (beide neun Jahre alt) aus Schwanebeck sowie Jette (6) aus Adersleben sind zum ersten Mal dabei. Sie erzählen aufgeregt, was sie schon alles mit ihren Betreuern erlebt haben. Immer fünf Kinder bilden eine Gruppe und werden von Jugendlichen betreut.

Betreuer kümmern sich um die Gruppen

Linda Ertmer hat ein Auge auf ihre Schützlinge, sie kennt sich mit dem Camp bestens aus. "Ich bin bereits das elfte Mal dabei", sagt sie. "Seit einigen Jahren passe ich auf die Jüngeren auf. Das ist kein Problem, sie sind alle ganz artig und hören, wenn ich etwas sage." Die Aufteilung in Gruppen sei ein eine gute Idee, so könne man enger bei den Aufgaben und Spielen zusammenwirken.

"Die Kinder denken sich einen lustigen Namen für ihre Gruppe aus und malen sich sogar eigene Fahnen", berichtet sie weiter. "Da weiß jeder gleich, wohin er gehört." Auch der 15-jährige Noah Manthey aus Gröningen hat schon elf Sommercamps mitgemacht. Er bestätigt die Aussagen von Linda und freut sich über die große Teilnehmerschar. Arnulf Kaus freut sich über die vielen positiven Reaktionen und meint: "Wir singen viel und beschäftigen uns mit Themen aus der Bibel."

Es gibt Mittagessen. Koch Heinz Krause aus Krottorf weiß, was die Kinder gern Essen - es gibt Nudeln mit Tomatensoße. "Ich war bei allen Sommerlagern dabei", sagt er. "Wir waren schon in Groß Quenstedt, in Schwanebeck und natürlich in Wegeleben. Es ist überhaupt das erste Mal, dass wir in die Börde gekommen sind." Krause findet, die Anlage am Gemeindezentrum sei ein guter Standort.

Nach dem Essen spült jedes Kind sein Geschirr selbst ab - Ordnung muss sein.

Die Ankündigung, dass nun das Baden im Schwimmbad auf dem Programm steht, sorgt im Lager für hektische Betriebsamkeit. Die Teilnehmer eilen zu den Zelten, um ihre Badesachen zu holen.

Lilly (11) aus Groß Quenstedt sowie Jasmin (12) und Hannah (9) aus Großalsleben waren auch schon im letzten Jahr beim Sommercamp dabei. "Es ist dieses Mal ganz schön heiß", stellt Lilly fest. "In Wegeleben war es seinerzeit richtig kalt. Wir mussten sogar Jacken überziehen."

Irmtraud Wienecke aus Gröningen, die schon traditionell als Aufsichtsperson teilnimmt, erinnert sich: "Ich würde sagen, es war sogar bitterkalt. So unterschiedlich kann der Sommer ausfallen." Das Camp wird immer am ersten Wochenende der Sommerferien veranstaltet.

Die Schar hat inzwischen Aufstellung genommen. Die Gruppenfähnchen werden in die Höhe gereckt, und Pfarrer Arnulf Kaus zählt seine Schäflein noch einmal durch. Danach gibt er das Signal zum Aufbruch. Der Zug schlängelt sich durch die Straßen von Großalsleben in Richtung Schwimmbad. Dort angekommen, gibt es kein Halten mehr: Das kühle Nass lockt.

Die Betreuer achten darauf, dass sich kein Gruppenmitglied unbeaufsichtigt in das Wasser begibt und schauen ihren Schützlingen gelassen beim Planschen zu.

 

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