Das Kulturland Osterwieck bekommt Gästeführer. Die Tourist- und Stadtinformation organisiert eine Ausbildung für Interessierte, die am 10. März beginnen soll. Am Donnerstagabend gab es eine Informationsveranstaltung.

Stadt Osterwieck. Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ zeigte sich begeistert über das große Interesse an der Gästeführer-Ausbildung. 14 Frauen und Männer wollen das Zertifikat erwerben. Nicht nur Osterwiecker, auch aus anderen Orten der Stadt und sogar aus der Partnerstadt Hornburg kommen sie. Zwei Hornburger sind in ihrer Heimatstadt selbst ausgebildete Stadtführer und möchten die Osterwiecker mit ihren Erfahrungen unterstützen. Zumal beide Städte vom Fachwerkbaustil seit Jahrhunderten als Schwesterstädte gelten. "Wir brauchen viele Gästeführer mit Fachwissen", sagte Wagenführ, "Menschen, die der Region ein Gesicht geben."

Die Ausbildung läuft vom 10. März bis 19. April. Und im Anschluss steht gleich die Feuertaufe an. Denn die Tourist- und Stadtinformation möchte vom April an sonnabends Führungen durch die Osterwiecker Altstadt anbieten. Treffpunkt ist 14 Uhr am Heimatmuseum.

Bis dahin werden die angehenden Stadtführer intensiv die Schulbank drücken. An zehn Abenden wird im Schäfers Hof jeweils über vier Unterrichtstunden kompaktes Wissen über die Heimat vermittelt. Die Organisatoren Christine Krebs, Kathleen Bührig und Dr. Thomas Dahms haben dafür Fachleute gewinnen können, die allesamt honorarfrei als Referenten auftreten. Beispielsweise vom Nationalpark Harz, dem Botanischen Arbeitskreis Harz, vom Regionalverband Harz, ein Zimmermannsmeister, Wirtschaftsförderer, Kirchenführer und Leute, die selbst in der Kulturland-Initiative als Experten mitwirken.

Die Teilnehmer erhalten nicht nur Wissen über die Fachwerkstadt Osterwieck, sondern auch die anderen Orte. Schwerpunkte sind dabei Schloss Hessen, Wasserburg Zilly, Windpark Druiberg und die Familie von Gustedt in Deersheim. In der Perspektive sollen auch hierfür Tourismusangebote entwickelt werden.

Bevor die Gästeführer ihr Zertifikat erhalten, müssen sie sich einer Prüfung unterziehen. Fachleute aus den Themen Kirche, Einheitsgemeinde, Stadt und Geschichte werden ihnen als Juroren gegenübersitzen. Auch eine Teilführung durch die Altstadt ist Bestandteil der Prüfung.

Zuletzt war Christine Krebs die einzige Stadtführerin in Osterwieck. Große Gästegruppen können künftig sogar mit mehreren ausgebildeten Führern begleitet werden. "Buchungen für April und Mai sind schon da", sagte Kathleen Bührig.