Harsleben l Schafe vertragen keine Hitze, das ist allgemein bekannt. Die hohen Temperaturen im diesjährigen Sommer dürften für die Tiere mit der dicken Wolle eine Herausforderung sein.

In Harsleben sollte eine Gruppe Schafe eine Wiese am Ortsrand kurzhalten. Drei Wochen lang hätten die Tiere auf der Fläche gestanden, ohne dass ihnen ein schattenspendender Baum oder ein Verschlag zur Verfügung gestanden habe, berichtet eine Volksstimme-Leserin von ihren Beobachtungen. "Sie standen dicht beisammen und haben gehechelt", sagt die Leserin im Volksstimme-Gespräch. Neben der Belastung durch Sonne und Hitze sind ihr zudem die überlangen Klauen der Schafe aufgefallen. Diese müssen regelmäßig gekürzt und gepflegt werden.

Während der größten Hitze Mitte Juli entschließt sich die Leserin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, das Veterinäramt einzuschalten. Sofort nach Eingang der Beschwerde seien die Tiere vor Ort in Augenschein genommen worden, teilt das Veterinäramt des Landkreises Harz auf Volksstimme-Nachfrage mit. Nachdem der Halter ausfindig gemacht wurde, sei dieser angehört und aufgefordert worden, die überlangen Klauen eines Schafes zu kürzen.

An der schattenlosen Haltung bei Temperaturen von 30 Grad und mehr hatten die Amtstierärzte allerdings nichts auszusetzen. "Bei der angezeigten Tierhaltung handelt es sich um eine normale Haltungsform für Schafe", heißt es in der schriftlichen Mitteilung aus dem Amt. "Stundenweise" seien die Schafe "einer starken Sonneneinstrahlung ausgesetzt". "Abkühlende Effekte" hätten sich in der Nacht und bei Regen ergeben.

Haltung der Schafe kann toleriert werden


Das Hecheln sei eine "arttypische" Reaktion auf die Hitze, heißt es aus dem Veterinäramt. Die Haltung der Schafe auf der Harsleber Wiese könne "aus fachtierärztlicher Sicht toleriert werden", da ständig Wasser zur Verfügung gestanden habe, keine Lämmer in der Gruppe waren und die Haltung auf der Fläche nur vorübergehend sei. "Eine unzumutbare Belastung für die Tiere (...) kann von Amts wegen nicht unterstellt werden", teilt das Veterinäramt weiter mit.

Über den Halter der Schafe gibt das Veterinäramt indes keine Auskunft, ebenso ist der Leserin der Tierhalter unbekannt. Trotz Recherche der Volksstimme konnte dieser nicht ausfindig gemacht werden. Mittlerweile sind die Tiere allerdings von der Wiesenfläche an der Quedlinburger Straße verschwunden.

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