Halberstadt. "Die große Einsatzbereitschaft unserer Schwestern und Ärzte hat mich sehr berührt", lobte gestern Klaus Begall seine Kollegen.

Der Ärztliche Direktor des Halberstädter St. Salvator Klinikums hat Sonntagmittag vor der Presse einen ersten Überblick des medizinischen Großeinsatzes nach dem Zugunglück vor Hordorf gegeben. Acht Verletzte sind in die Ameos-Klinik eingeliefert worden, die Halberstädter haben wie andere Krankenhäuser der Region auch, Patienten versorgt. Drei von ihnen, so Prof. Dr. Begall, müssten inzwischen nur noch ambulant behandelt werden.

Unter den übrigen Fünf sei ein Mann, drei Frauen und ein Mädchen, sie alle seien entweder bewusstlos oder müssten künstlich beatmet werden, beschrieb der Mediziner ihren kritischen, aber stabilen Zustand; eine Frau befinde sich noch in Lebensgefahr. Begall: "Wir werden unsere Patienten sicher noch einige Zeit bei uns behandeln müssen."

Alle Opfer des Unglücks wiesen zahlreiche Mehrfachverletzungen am Kopf und Körper, an Armen, Beinen und der Wirbelsäule auf, teilweise hätten die Schwestern und Ärzte in bis zu drei Operationssälen gleichzeitig gearbeitet.

Wie Begall informierte, befinden sich unter den Opfern des Unglücks auch Ausländer, zu deren Herkunft wie auch zum konkreten Alter seiner Patienten äußert er sich mit Verweis auf die Schweigepflicht nicht.

Dass in einer Samstagnacht binnen kürzester Zeit sogar mehr Schwestern und Ärzte sofort helfen wollten als notwendig waren, hebt der Ärztliche Direktor hervor. "Das war sehr angenehm, dafür werden wir unseren Kollegen extra danken", kündigt Begall an.

Positiv fällt auch das Fazit von Pflegedirektorin Beatrice Weiß aus: "Unser Notfall-Alarmierungsplan hat bestens funktioniert." Seien am Wochenende normalerweise etwa 35 Schwestern und 18 Ärzte im (Bereitschafts-)Dienst, so sei wegen der vielen Notfälle diese Mannschaft wie im Plan vorgesehen schnell und komplikationslos aufgestockt worden. Weiß: "Bis zu 20 Schwestern waren zusätzlich im Einsatz, alles verlief sehr reibungslos."