Ein Angeltag für Kinder ist am Forellenteich bei Rhoden veranstaltet worden. Und das für einen guten Zweck.

Rhoden l Eigentlich lieben Angler die Ruhe. Die fanden sie am Sonnabend weniger, denn es war ein recht belebter Tag rings um den kleinen Forellenteich. Musik, viele Gespräche und ab und zu Motorradgeräusche - denn Teichpächter Steffen Gräger, selbst Biker, hatte gemeinsam mit dem Verein Green Bike zu diesem Angeltag an den Rand des Fallsteindorfes eingeladen.

Gräger ist kein Rhodener, sondern wohnt in Thale. Den Forellenteich hat er jetzt im dritten Jahr gepachtet - und damit aus seinem Steckenpferd einen Beruf gemacht.

Für seine Angler, die hier ihrem Hobby frönen, muss Steffen Gräger schon früh aufstehen. Um sechs Uhr kommt er morgens zum Teichgelände. "Dann stehen die ersten schon am Tor." Morgens beißen die Fische am besten, weiß auch der Nichtangler. Gräger differenziert aber. Auf die warme Jahreszeit treffe das zu, auch der Abend sei ertragreich. Im Winter aber beißen die Fische vor allem mittags.

Die Angler, die sich an den Rhodener Teich begeben, kommen mit großen Erwartungen, was den Fang betrifft. Steffen Gräger lässt sich immer wieder etwas einfallen, besondere Fische in den Teich zu setzen und so die Angler zu motivieren. "Attraktive Fische sind das A und O." Forellen natürlich, aber auch speziell die größeren Lachs- und Goldforellen, Saiblinge, afrikanische Welse, Störe und Graskarpfen. Für Gräger ist eine gesunde Mischung wichtig. Einige Fischarten werden nicht geangelt, sondern sind für das Gewässer einfach notwendig. Wie zum Beispiel der Graskarpfen, der den Teich einfach sauber hält, indem er Unkraut frisst.

100 Meter lang ist der Rhodener Teich, 20 bis 25 Meter breit und zwei Mieter tief. Früher ist das Gewässer auch mal als Badeanstalt genutzt worden. Gespeist wird es vom Zieselbach.

"Klein, aber fein", sagt Dominik Ahrens über den Teich. Der 16-Jährige fährt aus Achim im Landkreis Wolfenbüttel regelmäßig nach Rhoden. Sogar aus Magdeburg und Braunschweig kommen die Petrijünger an den Kleinen Fallstein. Am Sonnabend hatte Dominik Ahrens übrigens sogar einen stattlichen Stör am Haken, ließ ihn aber wieder zurück ins Wasser. Fischfang nicht um jeden Preis. Auch der Stör wird geschont. "Angeln ist eine waidmännische Tätigkeit", erklärt Steffen Gräger. "Man kann sich nicht einfach eine Angel nehmen und irgendwo fischen. Auch nicht an einem kommerziellen Teich. Man benötigt einen Fischereischein."

Gräger angelt seit seinem sechsten Lebensjahr und versucht nun, auch die heutigen Kinder zu begeistern und damit raus in die Natur zu ziehen. Am Sonnabend erklärten sich mehrere Fischereischeininhaber bereit, die Kinder sozusagen an die Hand zu nehmen und mit ihnen zu angeln. "Ich kann nur jedem Dank sagen, der hier mithilft." Einige Sponsoren konnte Gräger auch noch gewinnen. "Ich bin stolz, dass wir den Tag auf die Beine gestellt haben", sagt er.

Gekommen waren auch zwei Kinder aus dem Kinder- und Jugenddorf Belleben bei Könnern. Das ist ein Kinderheim, in dem Matthias Riemer, der Vorsitzende des Vereins Green-Bike, als Erzieher arbeitet. Der Großteil der Einnahmen des Tages, konkret 239 Euro, gehen an diesen 2010 gegründeten Verein, der ein freier Träger der Jugendarbeit ist und verschiedene eigenfinanzierte Projekte auf die Beine stellt. Für Kinder, die wegen Drogen, Alkohol, Missbrauch oder auch schwere Krankheit an ihre Grenzen stoßen oder keinen sozialen Halt finden. "Wir wollen das verhindern, was viele unserer Mitglieder selbst erlebt haben", erklärt Riemer. Zum Beispiel durch Musikworkshops mit der Band "Roots" in Staßfurt, von der auch ein Musiker mit in Rhoden war und live gesungen hat. Aber es werden auch Hilfsaktionen für kranke Kinder organisiert. Das Grün im Vereinsnamen soll die Hoffnung symbolisieren.

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