Der Heimatverein Schwanebeck hat ein neues Mitglied. Es ist Inga Köcher aus Osterode/Harz, eine Nachfahrin der Rittergutsbesitzer der Stadt. Bei einem ersten Besuch in dem Ort, bei dem sie viele historische Dokumente in Gepäck hatte, trat sie spontan dem Verein bei.

Schwanebeck l Einen besseren Termin für den ersten Besuch von Inga Köcher konnte es kaum geben - zum Mittelaltermarkt des Heimatvereins kam sie erstmals in die Stadt ihrer Vorfahren. Das bunte Treiben und die vielen mittelalterlichen Kostüme beeindruckten sie sichtlich. "Es ist schön, dass hier noch solche Höhepunkte stattfinde", befand sie gegenüber der Volksstimme. "Ich habe die Einladung des Heimatvereins genutzt, einmal persönlich die Stätten aufzusuchen, an denen meine Vorfahren lebten und wirkten." Das Fest sei für sie eine gute Gelegenheit gewesen, zu sehen, dass sich etwas in der Stadt tut. "Ein Besuch auf dem Friedhof war für mich natürlich Pflicht", setzte sie hinzu.

Petra Hein, die Vorsitzende des Heimatvereins, mit der Inga Köcher den ersten Kontakt hergestellt hatte, war bei der Besichtigung der Grabstätte dabei. "Ich bin extra im Vorfeld zum Friedhof gefahren und habe die letzte Ruhestätte der Familie entsprechend von Efeu befreit", verriet sie. "Dabei habe ich Fotos gemacht, die ich dann per E-Mail nach Osterode schickte. Der persönliche Besuch von Inga war zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht spruchreif."

Die engagierte Frau aus Osterode bekam auf diese Weise Lust, sich die Stadt einmal aus der Nähe anzusehen. So reiste sie nach Schwanebeck, im Gepäck viele historische Fotografien und Dokumente von ihren Vorfahren. Damit bereitete sie den Mitgliedern des Heimatvereins eine große Freude. "Die Aufarbeitung der Geschichte der Stadt ist eines der Grundanliegen des Vereins", erklärte Petra Hein. "Wir haben uns noch während des Mittelaltermarktes mit Inga an einen Tisch gesetzt und die vielen Bilder betrachtet."

"Ich habe die Einladung des Heimatvereins genutzt, einmal persönlich die Stätten aufzusuchen, an denen meine Vorfahren lebten und wirkten."

Inga Köcher aus Osterode

Die Besucherin wusste viel Wissenswertes von ihrer Familie zu berichten und belegte ihre Worte mit historischen Fotos. Petra Hein und der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Jürgen Kreißig, lauschten ihr mit großem Interesse. Inga Köcher berichtete von zwei alten, schweren Bleikristallpokalen. "Ich denke, hier in Schwanebeck ist der richtige Platz für diese Pokale", meinte Inga Köcher dazu. "Hier sind sie einst vergeben worden und hier sollten sie vielleicht auch einmal ausgestellt werden." Die Freude war ihren beiden Gesprächspartnern anzusehen. "Mit diesem Angebot hätten wir nicht gerechnet", sagte Jürgen Kreißig. Die Frau aus Osterode setzte aber noch einen drauf. Sie versprach, die alten Sachen ihrer Vorfahren noch einmal zu sichten und weitere Exponate auszuwählen, die sie nach Schwanebeck mitbringen könnte.

Am Abend gab Inga Köcher sogar noch einen unterschriebenen Mitgliedsantrag für den Heimatverein ab. In dann schon vertrauter Runde - die Gespräche erfolgten jetzt schon im vertraulichen "Du" - versprach sie, im September erneut nach Schwanebeck zu kommen, mit einigen Überraschungen im Gepäck. Ein weiteres Versprechen hat sie inzwischen schon eingelöst. Sie hat die historischen Bilder digitalisiert und dem Verein per E-Mail zugeschickt. Dem Besuch im September fiebern beide Seiten schon jetzt entgegen. Es besteht ein reger Kontakt.