Die höchste deutsche Auszeichnung für den Denkmalschutz wird in diesem Jahr auch in den Harz vergeben. Der Verein "Rettung Schloss Blankenburg" erhält als einer von zehn Preisträgern die "Silberne Halbkugel" - den Deutschen Denkmalschutzpreis.

Blankenburg l Es ist der Lohn für zehn Jahre unermüdliche Arbeit - im Urlaub, nach Feierabend, an den Wochenenden, in nahezu jeder freien Minute. Der im Jahr 2005 gegründete Verein "Rettung Schloss Blankenburg" erhält den Deutschen Denkmalschutzpreis. Die "Silberne Halbkugel" wird ihm am 27. Oktober im Krönungssaal des Aachener Rathauses überreicht. Es ist die höchste Auszeichnung, die im Bereich des Denkmalschutzes verliehen wird.

"Mit der Auszeichnung des Vereins mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz wird ein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement gewürdigt, das entscheidend dazu beigetragen hat, ein einzigartiges Kultur- und Baudenkmal in unserem Landkreis zu erhalten", erklärt Landrat Martin Skiebe (parteilos) und gratuliert den Blankenburgern. Er hebt dabei nicht nur die fachkundige Sanierung der Bausubstanz heraus, sondern auch die sinnvolle Nutzung wieder zugänglicher Räume. "Dass dies in enger Verbindung mit der Stadt Blankenburg und vielen vor Ort tätigen Akteuren geschieht, hat zu einer noch stärkeren Identifikation der Menschen mit der Geschichte ihres Heimatortes geführt", so Skiebe.

Für André Gast, den ehrenamtlichen Geschäftsführer der Schloss GmbH, ist das Votum der hochkarätigen Jury in Bonn nahezu ein "Ritterschlag". "Es gibt unserem Projekt einen ganz besonderen Status. Ich hoffe sehr, dass unser Verein nun noch breiteren Zuspruch und bundesweite Aufmerksamkeit erfährt", sagt er.

Seiner Ansicht hat der Erfolg der vergangenen Jahre mehrere Gründe. Entscheidend sei, dass der Name Großes Schloss Blankenburg wieder in die Seriosität geführt wurde. Der Anfang sei nach den Pleiten des Planet-Harz-Projektes und weiteren Streitigkeiten allerdings sehr schwierig gewesen. Als zweiten Meilenstein sieht André Gast, dass der Verein binnen kurzer Zeit dermaßen präsent und kompetent agiert habe, dass das Land Sachsen-Anhalt ihm das Schloss im Zuge einer Zwangsversteigerung im Jahr 2008 guten Gewissens in die Hände legen konnte.

"Dieser Last der Verantwortung sind wir mit vielen Köpfen und kompetenten Partnern gerecht geworden. Ein Glücksgriff war das Konjunkturprogramm der Bundesregierung, mit dem wir die Nutzungsfähigkeit in Teilen herstellen konnten." Dies sei entscheidend dafür gewesen, dass auf dem Schloss wieder Hochzeiten, Familienfeiern, Neujahrsempfänge der Stadt und weitere Veranstaltungen stattfinden. "Das Schloss ist in der Region angekommen", so Gast, der allen ein riesiges Kompliment macht, die daran ihren Anteil haben.

Weitere Infos über die Sanierung, die wechselvolle Geschichte des Schlosses und über Veranstaltungen im Internet unter www.rettung-schloss-blankenburg.de