Nach sieben Erfolgen in Serie durch Daniel Ragoß sah der Triathlon im Osterwiecker Sommerbad mit Danny Götze einen neuen Sieger.

Osterwieck l Zu Zahlenspielereien verleitete dieser Osterwiecker Triathlon am Sonntagabend. Diese 17. Veranstaltung sah genau 17 Teilnehmer. Bereits das 13. Mal ist Marco Lipke dabei gewesen, der mit der Startnummer 13 diesmal als Viertplatzierter zugleich schnellster Osterwiecker wurde. "Erfolg ist kein Zufall", stand auf seinem Trikot. Sein Erfolg ist aber wohl auch etwas Magie. "Ich nehme immer die 13, wenn ich sie mir aussuchen kann", verriet er. Und welch glückliche Fügung, dass sein Sohn voriges Jahr an einem 13. geboren wurde.

Die verflixte Sieben wurde für Seriensieger Daniel Ragoß zur Endstation. Einen achten Erfolg beim Osterwiecker Triathlon konnte der Wasserlebener vom Nordischen Skiverein Wernigerode nicht erreichen. Seinen Meister fand der 29-Jährige im zehn Jahre älteren Danny Götze aus Veckenstedt, der erstmals bei diesem Triathlon startete. Götzes Spezialität ist das Mountainbiken, das er auf der steinigen Strecke am Sommerbad voll einbringen konnte. Der 39-Jährige gehört zum Nordharzer Racingteam und startet europaweit äußerst erfolgreich bei Rennserien.

Laufstark war Götze vor dieser Saison auch schon, leistungsschwimmen aber hat er sich erst in den vergangenen Monaten angeeignet. Alles mit dem großen Ziel, in zwei Wochen auf einer halben Ironman-Strecke in Nordhausen zu bestehen. Dagegen ist die Osterwiecker Streckenlänge mit 300 Meter Schwimmen, zehn Kilometer Radeln und drei Kilometer Laufen nur ein Aufwärmtraining gewesen.

Das schien auch für den 16-jährigen Carl-Anton Dalljo zumindest das Schwimmen im Sommerbad zu sein. Als er die sechs Bahnen in knapp vier Minuten gekrault war, hatte die Masse des Feldes noch nicht einmal die Hälfte absolviert. Der junge Sargstedter ist Rettungsschwimmer und gehört zum Junioren-Nationalteam, das in wenigen Wochen zur Weltmeisterschaft nach Frankreich fährt. Beim Radfahren und Laufen verlor der 16-Jährige dann aber seine Führungsposition. "Ich laufe sonst höchstens morgens zum Bus", flachste er. Aber dann erzählte er, dass er am selben Morgen schon den Eilenstedter Triathlon mitgemacht und gewonnen hatte.

Ein echter Ironman mischte sich ins Osterwiecker Starterfeld. Ralf Poerschke aus Aspenstedt hatte diese legendäre wie magische Strecke über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42 Kilometer Laufen erst im Juli in Frankfurt/Main erneut bewältigt. Als schwächerer Schwimmer gestartet, holte er in Osterwieck Platz für Platz auf und wurde noch Dritter.

Gleich fünf Frauen und Männer kamen aus Langenstein zum Triathlon in die Ilsestadt. Alle sind dort Mitglied im Freibad-Förderverein. Vier von ihnen trugen das Trikot vom "Team heiße Plätte": Iris und Olaf Hentrich, Michelle Degenhard und Bettina Wenig. "Wir nehmen sonst am Triathlon-Cup im Braunschweiger Land teil", berichtete Olaf Hentrich. Dieses Jahr sei aber zu wenig Zeit dafür gewesen. Dass sie nach Osterwieck fuhren, haben sie erst am Mittag entschieden. "Eigentlich hätte ich heute im Freibad Dienst als Kassiererin gehabt", erzählte Iris Hentrich. Doch bei dem Regen am Morgen blieb das ehrenamtlich geführte Bad zu. Gut für die Osterwiecker Veranstaltung, bei der diesmal doch die einheimischen Teilnehmer vermisst wurden.

"Eine schöne Truppe, ein ausgeglichenes Feld", freute sich dennoch Schwimmmeister Ronald Bönisch, der sich auch selbst wieder als Aktiver auf die Strecke begab, während die Rettungsschwimmer des Bades Runden zählten und Zeiten nahmen.

Lob gab es von anderen Teilnehmern für die kleine, familiäre Veranstaltung. "Solche Wettbewerbe sind wichtig, gerade für den Nachwuchs", sagte Danny Götze. "Eine schöne Anlage hier", betonte Olaf Hentrich. Und er liebäugelt bereits damit, solch einen Wettbewerb auch mal in Langenstein zu veranstalten.

   

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