Das Freibad Zilly wird in der ersten Saison von einem Förderverein betrieben. Dieser ist vor einem Jahr gegründet worden. Anlass, eine erste Bilanz zu ziehen.

Zilly l Es war ein Wagnis, aber die einzige Chance, das Freibad zu erhalten. Die Stadt Osterwieck wollte zwei ihrer Bäder - Rohrsheim und Zilly - nicht weiter betreiben, bot diese aber Vereinen an. Mitte August vergangenen Jahres gründete sich daher der Zillyer Freibadverein, der in der kurzen Zeit auf nun 118 Mitglieder im Alter von drei bis 88 Jahre angewachsen ist. "Ich bin zufrieden", sagte Vereinsvorsitzender Andreas Herbst über das erste Jahr.

So schön das riesige persönliche Engagement der Zillyer aber auch ist, entscheiden wird über die Zukunft des Bades das Geld. Herbst geht für die laufende Saison von einem Budget über 20 000 Euro aus, um alle Kosten zu bestreiten. "Die Mitgliedsbeiträge sind dafür die Basis", erklärte er. Diese machen etwa ein Fünftel aus. Im ersten Jahr kann der Verein noch auf einen Zuschuss der Stadt von 8800 Euro bauen, der jedoch jährlich geringer und ab 2017 bei Null liegen wird. Auch vor diesem Hintergrund bleibt der Vereinschef zuversichtlich, diese Lücke ausgleichen zu können. Es gebe Zusagen von Sponsoren.

Vorsorglich hatte der Förderverein für diese Saison bereits die Eintrittspreise erhöht von zwei auf 2,50 Euro für Erwachsene und von einem auf 1,50 Euro für Kinder.

Was die Besucherzahlen bisher betrifft, liegen diese leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Andreas Herbst sieht das vor allem im Wetter begründet. Ist es gefühlt auch schon seit Wochen durchgehend warm, so gab es doch 19 Regentage statt neun im Vorjahr. "Das wirkt sich aus", weiß er als langjähriger Rettungsschwimmer, der im dritten Jahr für die DLRG Wernigerode das Zillyer Bad betreut. "Die Erfahrungen besagen, dass erst am dritten aufeinanderfolgenden schönen Tag die Leute kommen."

Vereinsvorsitzender Herbst wohnt in Wernigerode und hatte sich angesichts seines großen Erfahrungsschatzes voriges Jahr bereit erklärt, den Vereinsvorsitz zu übernehmen. "Es gibt hier sehr viel Hilfe", betonte er. Schon bei der Vorbereitung der Anlage mit Rasenmähen und vielen handwerklichen Arbeiten hätten sich die Vereinsmitglieder stark engagiert. Dabei erwähnte er das herausragende Engagement von Günther Seiwert, der die Arbeitseinsätze geleitet hat. Er ist auch stellvertretender Vereinsvorsitzender. Heute Rentner, hatte er in den 1970er Jahren hier als Rettungsschwimmer gearbeitet.

In den ersten Badetagen dieser Saison wurden aus dem Kreis des Fördervereins sieben Rettungsschwimmer ausgebildet, die Andreas Herbst bei Abwesenheit vertreten. So während des Sachsen-Anhalt-Tages, als er für die DLRG in Wernigerode im Einsatz war. Das 45 Jahre alte Zillyer Bad ist immerhin täglich von 12 bis 19 Uhr geöffnet.

Gut ein Dutzend Seniorenschwimmer sind mittags gewöhnlich die Ersten, die ins Wasser steigen. Bei Wind und Wetter. Auch Kinder sind gern und viel auf dem Gelände. Bei der Elterngeneration gebe es indes noch Luft nach oben, was die Besucherzahlen betrifft.

Der junge Verein hat sich schnell ins Zillyer Vereinsleben integriert. Beim Bürgerfasching vergangenen Winter war er dabei, ohnehin läuft im Dorf vieles in Personalunion. Zum einjährigen Bestehen wurde nun zu einem Nachtbaden eingeladen. "Um einmal Danke an die Mitglieder zu sagen", wie Andreas Herbst betonte.