Die seit gut vier Wochen an den größeren Gewässern, wie Elbe, Saale, Schwarze Elster und Bode im Unterlauf, ausgerufenen Hochwasseralarmstufen haben das Thema Hochwasser im Harzkreis wieder aktuell werden lassen. Der nasse Herbst, der frühe Winter und das Taugeschehen sowie die seit Monaten wassergesättigten Böden haben zu Extremabflüssen mit zum Teil schweren Überflutungsschäden geführt.

Harzkreis (phb/ah). Mit Blick auf die Beratungen der Landesregierung mit den vom Hochwasser stark betroffenen Landkreisen, mahnt Landrat Dr. Michael Ermrich (CDU), die geplanten Schutzmaßnahmen an den kleineren Gewässern nicht zu vernachlässigen. "Der nach dem Jahrhunderthochwasser 2002 und dem extremen Hochwasser 2006 durch den Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Magdeburg erstellte Hochwasseraktionsplan muss auch für Gewässer I. und II. Ordnung konsequent umgesetzt werden", fordert Ermrich. Im Landkreis Harz sei man dabei auf einem guten Weg.

So wurden wasserbauliche Maßnahmen an der Ilse und der Holtemme eingeleitet, die zum Beispiel in Derenburg schon zu etwa 90 Prozent realisiert sind. In Halberstadt wurde mit den Schutzmaßnahmen oberhalb der Stadt im Januar begonnen, und im Bereich oberhalb Berßel beginnen an der Ilse vorbereitende Maßnahmen in diesem Monat. Die Deichbauarbeiten sollen 2011 abgeschlossen werden. Weitere Bauabschnitte in Berßel und Osterwieck werden folgen, so Ermrich.

Für die Hochwasserschutzmaßnahmen in Veckenstedt und Wasserleben werden im Rahmen von Planfeststellungsverfahren die Genehmigungen erarbeitet. In Ilsenburg bestehen Probleme mit desolaten Ufermauern und einer Brücke, hier werde gemeinsam durch Landesbetrieb, Stadt und Landkreis nach Lösungen gesucht.

Während des Hochwassers im Dezember und Januar haben sich zum ersten Mal die umgesetzten Schutzmaßnahmen in Hoppenstedt mit dem Bau einer Hochwasserschutzmauer und eines Hochwasserschutzdammes bewährt, Schäden an Grundstücken konnten wirksam verhindert werden.

Die Planungen des Landes für den Bau zweier "grüner Rückhaltebecken" im Selketal sollen den wirksamen Schutz der Anlieger vor Hochwasserschäden garantieren. Die Genehmigungsverfahren sind jedoch noch nicht eröffnet worden.

Die Angebote des Talsperrenbetriebes – Informationsveranstaltungen zu den Planungen – bieten den betroffenen Gemeinden und Bürgern die Möglichkeit, sich frühzeitig zu informieren sowie Bedenken und Hinweise einzubringen. Im Bereich des Zapfenbachs (Gewässer II. Ordnung ) wird seit Januar die Hochwasserschutzmaßnahme "Zapfenbach Westerhausen" umgesetzt. Geplant ist hier unter anderem der Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens oberhalb von Westerhausen.

"Die Verwaltung des Harzkreises wird auch zukünftig im Rahmen ihrer rechtlichen Möglichkeiten darauf Einfluss nehmen, dass die Schwachstellen an und in den Gewässern zur Schaffung eines optimalen Hochwasserschutzes für die Anlieger beseitigt werden", so Landrat Ermrich.