Der Osterwiecker DRK-Sanitätszug sucht Verstärkung. Die Ehrenamtlichen sichern zahlreiche Veranstaltungen in der Region ab.

Osterwieck l Beim Regionalliga-Fußball im Halberstädter Friedenstadion haben sie die besten Plätze gleich am Spielfeldrand, die Sanitäter vom Roten Kreuz. Doch nicht zum Anfeuern sind sie im Stadion, sondern um bei Verletzungen von Spielern oder Zuschauern schnell helfen zu können. Und das kommt immer mal wieder vor. Schon bevor die Germania-Kicker in der vierten Liga spielten, sicherte der DRK-Sanitätszug aus Osterwieck deren Begegnungen ab.

Beim Derby der Germanen gegen den 1. FC Magdeburg am vergangenen Sonntag leisteten fünf Sanitäter Dienst im Stadion. Obwohl der Sanitätszug aus 18 Frauen und Männern besteht, knobeln müssen sie nicht, wer zum Fußball fährt. Im Gegenteil, die Gruppe braucht Verstärkung, damit sie all die angefragten Absicherungen von Veranstaltungen leisten kann. Boxwettkämpfe in Halberstadt gehören dazu, Autocross in Oschersleben, Reitturniere, der Tuningday jüngst in Osterwieck, Konzerte, Feste. "Nicht jeder von uns hat jedes Wochenende Zeit", berichtet Patrick Kestner.

Beim Sachsen-Anhalt-Tag war die ganze Gruppe im Großeinsatz und hatte an den drei Hitzetagen richtig viele Hilfseinsätze. Aber zum Stress ausarten soll dieses Hobby für die aktiven Sanitäter letztendlich nicht.

Eigentlich ist die Absicherung von Veranstaltungen nur ein Nebeneffekt. Zuallererst sind die DRK-Sanitäter in den Katastrophenschutz des Landkreises Harz integriert. Zugführer auf dieser Ebene ist mit Frank Hachmann ein Osterwiecker, ebenso sein Stellvertreter Gerald Freise. Die Osterwiecker Bereitschaft wird von Tobias Mölle geleitet, Stellvertreter sind Patrick Kestner und Jan Heinicke.

Unter den 18 Mitgliedern sind überwiegend Leute bis Mitte 20. Teils waren sie als Jugendliche schon im Jugend-Rotkreuz aktiv. Solch eine Nachwuchsgruppe gibt es in Osterwieck heute nicht mehr, so dass es um so schwerer fällt, junge Sanitäter zu interessieren. "Wer zu uns kommt, erhält erstmal eine Erste-Hilfe-Ausbildung", erklärt Patrick Kestner. Danach geht es in die spezielle Ausbildung zum Sanitäter. Nach gut einem Jahr kann man uneingeschränkt im Sanitätsdienst bei Absicherungen mitwirken. Die Berufe, aus denen die Sanitäter kommen, können unterschiedlicher kaum sein: Handwerker, Industriearbeiter, Krankenschwester, Ingenieur. Menschen helfen können, das ist für alle Sanitäter Motivation. Zwei von ihnen haben aus dem Hobby einen Beruf gemacht. So Patrick Kestner, der kürzlich die Ausbildung zum Rettungssanitäter absolviert hat. Da der Osterwiecker Zug mit Jan Callies auch einen Rettungsassistenten in seinen Reihen hat, ist er in Notsituationen in der Lage, die Rettungswachen bei Notfalleinsätzen zu unterstützen. So voriges Jahr geschehen bei den zweiwöchigen Hochwassereinsätzen an Elbe und Saale.

Die Osterwiecker verfügen über zwei Einsatzfahrzeuge. Diese parken in einer viel zu engen Garage in Deersheim. "Wir suchen eine größere Garage mit Lagerraum in Osterwieck", sagt Kestner. Das ist nicht leicht, weil die Fahrzeug sehr hoch sind. Doch es würde den Dienst vereinfachen, denn für die theoretische Ausbildung hat der Sanitätszug einen Raum in der Stephanischule bekommen. Jetzt aber muss freitags zur Ausbildung, aber auch bei Einsätzen stets die Deersheimer Garage angesteuert werden.