Osterwieck (mhe) l Das Gerüst ist aufgebaut an der Osterwiecker Stephanikirche. Die beauftragten Quedlinburger Bauhandwerker werden aber erst nächste oder übernächste Woche ihr Werkzeug auspacken. Vorher soll die Südfassade des Kirchenschiffs nochmal genauer untersucht werden, um den Umfang der Fassadensanierung im Detail festzulegen, wie Pfarrer Stephan Eichner berichtete.

Für die Osterwiecker Kirchengemeinde sind die bevorstehenden Bauarbeiten eine besondere Etappe in der Wiederaufbaugeschichte des Gotteshauses. Nachdem zuletzt das Gemäuer der beiden Kirchtürme restauriert werden konnte, geht es nun an die Südseite des Kirchenschiffs, der Fassade zum Stephanikirchhof. Danach wäre die Kirche zumindest aus Sicht der Passanten äußerlich in Ordnung gebracht. Wenngleich dieser Schein etwas trügt, denn auf der Nordseite, vom Kirchhof kaum einsehbar, besteht weiterhin Sanierungsbedarf. Dort bereitet die Statik der Pfeiler Probleme.

Ursprünglich war es das Ziel, diese Probleme alle in einem Bauabschnitt beheben zu lassen. Zweieinhalb Jahr wurde dieses Vorhaben vorbereitet, kalkuliert damals mit 270 000 Euro. Letztendlich konnten 210 000 Euro eingeworben werden. "Der Betrag ist etwas kleiner ausgefallen", sagte Eichner. Förderung von Bund und Land darunter, von der Stiftung Denkmalschutz, Lotto-Toto, der Braunschweiger Eckensberger-Stiftung (speziell für das Portal), Geld vom Kirchenkreis Halberstadt, dem Kirchbauverein St. Stephani und der Kirchengemeinde selbst. Pfarrer Eichner hofft, dass das eingeworbene Geld nach der Südfassade zumindest noch für einen Teil der Nordseite reicht.

Vor 24 Jahren begann die Wiederaufbaugeschichte der Stephanikirche, den Anschub gab vor allem Hilfe aus Niedersachsen. 1990 wurden das große Kirchendach erneuert und ein - damals noch deutsch-deutscher - Kirchbauverein gegründet. Was die Hülle des Gotteshauses betrifft, wurde 1995 der Chorraum saniert, zwei Jahre später erhielt das Kirchenschiff neue Fenster. 2007 gab es mit der Restaurierung der Brautpforte einen Vorgeschmack sowie Vorfreude auf das nun bald realisierte Antlitz der kompletten Südfassade.

Fünf Pfeiler und dazwischen vier Fassadenfelder, davon eines mit einem Portal, stehen nun zur Sanierung. Der Pfarrer hofft, dass bis zum ersten Frost alles geschafft ist. "Ich hätte mir schon gewünscht, dass man etwas früher gestartet wäre."

Während der Bauzeit ist die Brautpforte weiterhin nutzbar, daher wird es auch keine Einschränkungen für die Öffnungszeiten der Kirche geben. Ebenso das Prinzen-Konzert am 14. September wird davon nicht beeinträchtigt sein.