Im Jahr 2000 legte Ulrike Müller am Osterwiecker Fallstein-Gymnasium ihr Abitur ab. Aus ihr ist eine Sängerin geworden. Unter dem Künstlernamen Aleah tritt sie zusammen mit Ben im Gesangsduo The Love Keys auf. Am Freitag, 29. August, geben sie ab 19 Uhr ein Konzert im hiesigen Schäfers Hof. Mario Heinicke sprach vorab mit den beiden Künstlern.

Volksstimme: Aleah, Sie sind in Osterwieck aufgewachsen, danach rund um den Erdball unterwegs gewesen. Was bedeutet da für Sie ein Konzert auf dem Schäfers Hof?

Aleah: Es ist für mich vor allem ein Heimspiel. Ich bin sehr gespannt und freue mich schon riesig, endlich mal wieder zu Hause zu spielen! Das Konzert mit meinem Liebsten Ben und einer sehr talentierten Sängerin und Freundin von uns aus Österreich, Cataleya Fay, zu geben, macht es noch wertvoller für mich - und garantiert auch für alle, die das Konzert besuchen werden.

Wie oft halten Sie sich noch in der Heimat auf?

Aleah: Wenn Ben und ich gerade nicht touren, sind wir etwa die Hälfte des Jahres in Börßum, also gar nicht so weit weg, wo wir auch ein eigenes Tonstudio haben. Das ermöglicht mir, einmal im Monat meine Eltern in Osterwieck zu besuchen.

Sie waren früher Solistin, gehen seit 2010 zusammen mit Ben als Gesangsduo The Love Keys auf Tourneen. Was hat sich in Ihrer Musik verändert?

Aleah: Früher bewegte ich mich hauptsächlich in der Singer/Songwriter-Szene, da mein Stil eher in Richtung Acoustic Pop ging. Jetzt sind Ben und ich fest in der Yoga-Szene inte- griert. Da unsere Vertonung der Mantras, das sind heilige Verse aus Indien, sehr modern ist und ein Publikum anspricht, das auch gern Pop und Soul hört, ermöglicht uns das, auch ab und zu an Orten wie dem Schäfers Hof zu spielen. Im Großen und Ganzen ist unsere Musik ausgefeilter und grooviger geworden. Außerdem kann ich mich stimmlich facettenreicher ausdrücken, seitdem ich Gesangsunterricht nehme.

Wie oft im Jahr stehen Sie überhaupt auf der Bühne?

Aleah: Inzwischen geben wir über hundert Konzerte im Jahr und leben als hauptberufliche Musiker. Diese Bühnenerfahrung sorgt für viele neue Entwicklungen. Ebenso arbeiten wir mit professionellen Lehrern zusammen. Während ich früher mit Gitarre und Gesang auf der Bühne war, sind jetzt weitere Instrumente wie Cajon, Klavier und Harmonium dazugekommen.

Ben, wohin führten Ihre letzten Auftritte?

Ben: Gerade kommen wir von einer Tour durch Schweden. Davor sind wir quer durch ganz Deutschland getourt. Letztes Jahr haben wir außerdem auf Festivals in Spanien und Italien gespielt.

Aleah, bevor Sie unter diesem Namen auftreten, nannten sie sich Ava. Was sind die Hintergründe für Ihren Künstlernamen?

Aleah: Zunächst einmal war mein Geburtsname Ulrike vor allem für englisch sprechende Leute und Spanier schwer auszusprechen. Die Namensänderung auf Ava funktionierte super in Schottland, erwies sich dann aber später während meiner Zeit in Spanien als problematisch. De Spanier nannten mich immer "Abba", da dort ein "V" als "B" ausgesprochen wird. Da ich nicht immer wieder gefragt werden wollte, ob es eine Verbindung zwischen mir und der schwedischen Band gäbe, kam es mir sehr gelegen, als ein guter Freund mich sein Tagebuch lesen ließ. Darin tauchte in einem Reisebericht über Israel der Name Aleah auf, der mir vom Klang her sehr gefiel. Als ich dann auf Hawaii entdeckte, dass es den Namen dort auch gibt, fügte es sich ganz natürlich, ihn als neuen Künstlernamen zu tragen.

Welche Bedeutung hat der Name "The Love Keys"?

Aleah: Er hat zwei Bedeutungen, zumindest für uns. Einmal gibt es gewisse Schlüssel, die uns den Zugang zur Liebe ermöglichen, wie zum Beispiel Musik und Mantras. Entstanden ist der Name, als ich am Klavier sitzend den Themen unserer damaligen Musik - dem Acoustic Pop - nachsinnte und immer wieder die Liebe als Hauptthema auftauchte. In diesem Kontext gefiel mir die Doppeldeutigkeit der "keys" sehr - also englisch "Schlüssel" aber auch "Klaviertasten".

Ihre Spezialität sind Mantras. Wie beschreiben Sie diese Musik und was fasziniert Sie an Mantras?

Aleah: Die Mantras, die wir hauptsächlich vertonen, sind uralte heilige Verse, die vor mehreren tausend Jahren von den Sehern Indiens in meditativen Zuständen empfangen und in den heiligen Schriften Indiens aufgeschrieben wurden. Sie sind auf Sanskrit, die man auch "Devanagari" - Sprache der Götter - nennt, verfasst. Anfangs wurden sie nur rezitiert. Später verband man einige von ihnen mit den Ragas der klassischen, indischen Musik. Mich faszinieren vor allem die Heilwirkung dieser Verse, der Klang der Sprache und die Welten, die sich auftun, wenn man sich ganz auf die Mantras einlässt.

Sie treten oft in Yoga-Schulen auf. Betreiben Sie auch selbst Yoga?

Aleah: Mantras zu singen, gehört zum Bhakti Yoga, dem Yoga der Hingabe. Auch die alten Schriften zu lesen, ist Teil dieses Yoga-Weges. Auch das mache ich sehr gern. Außerdem praktiziere ich Hatha Yoga, also den Yoga, den die meisten mit Yoga assoziieren: Asanas, Pranayama, also Atemübungen, und Meditation.

Auf welche Musikrichtungen kann sich das Publikum in Osterwieck beim Konzert freuen?

Ben: Wir spielen Stücke im Stil Acoustic Pop, Soul, Reggae und Rock.

Mit Ihnen zusammen wird Cataleya Fay im Schäfers Hof auftreten. Woher kennen Sie sie und wie wird sie sich in das Konzert einbringen?

Aleah: Wir haben Cataleya 2011 im größten Seminarhaus für Yoga kennengelernt. Da ich ihre Stimme liebe und nach unserem ersten richtigen Treffen schnell merkte, dass ich sie auch persönlich sehr mag, entwickelte sich schnell eine gute Zusammenarbeit.

Ben: Wir touren öfter zusammen, und sie ist auch auf unseren beiden letzten CDs "Mango" und "Leelaa" mit zu hören. Wir werden uns das Konzert im Schäfers Hof teilen, indem sie das Konzert eröffnet und wir uns gegenseitig musikalisch unterstützen.