Die Ausstellung "Steppe, Wald und Baikalsee" ist im Städtischen Museum Halberstadt am Sonnabend eröffnet wurden. Zu sehen sind Fotos einer Reise an den tiefsten und ältesten Süßwassersee der Erde.

Halberstadt l Rund 2000 Kilometer haben die Teilnehmer der "Mission Baikal" Ende Juni des vergangenen Jahres entlang des berühmten Baikalsees zurückgelegt. Ihr Ziel war es, die vielfältige faszinierende Vogel- und Pflanzenwelt in der Umgebung des tiefsten (1642 Meter) und ältesten Süßwassersees (25 Millionen Jahre) der Erde zu erkunden. Ornithologen und Botaniker aus Sachsen-Anhalt, mit Schwerpunkt Halberstadt, Thüringen und Niedersachsen bildeten das 14-köpfige Team, von denen nur zwei Mitarbeiter als Ornithologen tätig sind.

Neben dem wissenschaftlichen Interesse verbindet die Teilnehmer jahrelange Freundschaft und die Mitgliedschaft im Förderkreis für Vogelkunde und Naturschutz am Museum Heineanum. Das Ergebnis ihres zweiwöchigen Aufenthaltes ist jetzt im Rahmen der Ausstellung "Steppe, Wald und Baikal-See" im Städtischen Museum Halberstadt zu sehen. Die Exposition wurde am Sonnabend im Beisein vieler interessierter Besucher eröffnet. Die Stadt Halberstadt wurde von Sabine Moczko, Leiterin des Kulturbüros, vertreten.

Andriy Klymyshyn zauberte auf seiner Gitarre ein angejazztes russisches Feeling zur Vernissage. Bevor es zur eigentlichen Fotoausstellung ging, erläuterte Dr. Uwe Wegener die Stationen der Reise und gab den einen oder anderen Einblick in das gruppendynamische Zusammenleben der Teilnehmer. "Jeder hat sein Scherflein beigetragen." So waren die Dinge klar geregelt: die grundsätzliche Planung und fachliche Vorbereitung oblagen Frank-Ulrich Schmidt, Dr. Bernd Nicolai und Rüdiger Holz.

Die Beobachtungsliste führte Robert Schönbrodt. Michael Hellmann und Frank Weihe zeichneten sich durch besonders "schnelle Kameras" aus. Und mit Humor beschrieb Wegener die Suche nach der Blaunachtigall oder die preußischen Verhältnisse, die die russische Betreuerin der Gruppe, Anastasia Kozlova, kopierte. Anhand einer Karte zeichnete er die Wege der Expedition: um und über den Baikalsee bis ins Land der Burjaten, nach. Stets begleitet von der Suche nach seltenen Pflanzen und Vögeln. Und für die Laien unter dem Publikum war die Information über den "Kreuzweg der Blumen" besonders interessant. Eine Bezeichnung, so Wegener, die sich auf das enge Nebeneinander so vieler Pflanzenarten mit unterschiedlichen ökologischen Ansprüchen bezieht.

130 gut beschriftete Bilder nehmen den Betrachter auf eine Entdeckungsreise entlang des Baikalsees mit. Sie sind nur eine kleine Auswahl, so Heineanum - Chef Dr. Bernd Nicolai, von den mehreren Tausend Fotos, die auf der Reise entstanden. Hervorzuheben ist die durchgängig hohe bildkünstlerische Qualität aller Aufnahmen, die nicht bearbeitet wurden. Per Zufall kam auch die Baikalringelrobbe "vor die Linse". Als einzige Robbenart lebt sie ausschließlich im Süßwasser. Ergänzt werden die "Fachaufnahmen" in der Ausstellung durch interessante Fotos von Land und Leuten, auch der russische Birkenwald fehlt nicht. Vervollständigt wird die Ausstellung durch Exponate des Museums Heineanum, die, so dessen Leiter, Beispiel für die bedeutende Sammlung des Museums sind. Zwei Vitrinen enthalten dazu persönliche Mitbringsel der Teilnehmer, so eine Matroschka.

Neben der Inaugenscheinnahme von Flora und Fauna war der wissenschaftliche Gedankenaustausch ein wichtiger Bestandteil der Reise. In diesem Zusammenhang erinnert sich Dr. Bernd Nicolai besonders gern an die fachliche Betreuung durch den russischen Ornithologen Fewelow, dem derzeit besten Experten für die regionale Vogelwelt.

Die Ausstellung ist noch bis zum 2. November im Städtischen Museum Halberstadt zu sehen.

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