Halberstadt (dku) l Mit einer Ausstellung und Gesprächen soll in der Halberstädter Martinikirche auf die Probleme der Inklusion, die Gleichstellung von Behinderten, eingegangen werden. Dazu wird am 18. September um 14 Uhr "Ich und Du. Miteinandergeschichten" eröffnet.

"Das ist eine Ausstellung von persönlichen Texten und korrespondierenden Kunstwerken: Plastiken, Fotos, Gemälden und Zeichnungen", teilte Hannah Becker, Pfarrerin und Vorstand im Cecilienstift mit.

Die persönlichen Texte handeln von vier Menschen aus Halberstadt, nämlich von Merle, Gerhart K. , Sabrina L. und Anja S. Als behindert würden sie sich selbst wohl nicht bezeichnen: das Kind, der Mann, die beiden Frauen. Inklusion haben sie erlebt - beziehungsweise an ihrer Inklusion gearbeitet. Mühe ist dabei und Lebenslust.

"Im Frühjahr haben sie sich zu Interviews bereit gefunden. Daraus sind die Texte entstanden." Außerdem gibt es Texte vertrauter Personen: einer Enkelin, einer Kollegin und zweier Freundinnen.

Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit von KünstlerInnen der Region entstanden. Gertrud Färber (Wülperode), Ilka Leukefeld (London und Halberstadt), Daniel Priese und Annedore Policzek aus Halberstadt beteiligen sich. Zeichnungen, Fotografien, Gemälde und eine Skulptur sind jeweils einem Menschen gewidmet. "Spannend war der Vorgang des Entstehens", erinnerte Hannah Becker.

Mit ihr haben Silke Kuwatsch und Sandra Giebel aus den Diakonie Werkstätten gGmbH an der Idee und Ausführung gearbeitet. Eine Broschüre mit allen Bildwerken und Texten wird herausgegeben. Schirmherrin ist Silvia Illas, Behindertenbeauftragte des Landkreises.

Hannah Becker: "Zur Eröffnung rechnen wir mit regem Besuch aus den Diakonie Werkstätten und stellen uns auf Plaudereien und Imbiss ein. Um 15 Uhr folgt in der Martinikirche ein öffentliches Gespräch über das Gelingen von Inklusion. Es ist das 8. Quartalsgespräch des Cecilienstiftes. Alle Interessierten sind dazu eingeladen.

Zum Aktionstag für Barrierefreiheit am 19. September in Halberstadt wird von 10.30 bis 11.15 Uhr zu Lesung und Gespräch eingeladen. Die Martinikirche ist bis Oktober werktags ab 10 Uhr geöffnet. Wegen eines Bauvorhabens sind die Längsschiffe nicht zu betreten. "Das Leben ist eine Baustelle und Inklusion auch", so Hannah Becker.