Halberstadt l Die Silhouette von Halberstadt ist eine der markantesten in ganz Deutschland. Egal aus welcher Richtung sich der Besucher der Stadt nähert, die Türme der zahlreichen Kirchen sind weithin sichtbar. Unverwechselbar in dieser Turmlandschaft sind die beiden achteckigen, ungleichen Türme der Kirche Sankt Martini. Auch darum entwickelte sich die Kirche im Laufe der Jahrhunderte zum Wahrzeichen der Stadt.

Während die Halberstädter Bischöfe ihren gotischen Dom errichteten, baute sich die Bürgerschaft ihr eigenes Gotteshaus - die St.-Martini-Kirche. Viele Sagen und Geschichten entstanden um die ungleichen Brüder, wie die Kirchtürme genannt werden. Diese waren nie gleich hoch und weisen zudem eine Besonderheit auf. Von Anbeginn gehörten sie der Stadtgemeinde. Zudem waren es nicht einfach nur Glockentürme, ihre Aufgabe war weitaus wichtiger. Wie die Stadtmauer, gehörten sie zum System der Warten.

Jahrhunderte hindurch wohnte im südlichen Turm der Turmwächter. Seine Aufgabe war es, bei Feuer sofort Alarm zu geben und vor nahenden Feinden zu warnen. Die Wächterstube befand sich in Höhe des Verbindungsganges zwischen den Türmen. Mithilfe eines Sprachrohrs konnte er sich mit den Bürgern der Stadt verständigen.

Der Turmwächter erwartet zum Halberstädter Altstadtfest Besucher, um ihnen Geschichten und Sagen über die Kirche zu erzählen. Wer Halberstadt von oben erleben möchte kann die Türme der Martinikirche erklimmen. Alle Kletterfreudigen können am Sonnabend, dem 6. September und Sonntag, dem 7. September, in der Zeit von 11 bis 17 Uhr die engen Turmaufgänge hinaufsteigen und von dort die Aussicht genießen. Der Eingang befindet sich an der Nordseite zum Hohen Weg. Auch das Schraube-Museum in der Voigtei wird zum Altstadtfest seine Öffnungszeiten verlängern. Besucher können am Sonnabend von 12 bis 18 Uhr und am Sonntag von 12 bis 17 Uhr das Museum besuchen. Zum Altstadtfest gilt ein Sondereintrittspreis von 2,50 Euro.