Halberstadt (dl) l In der von DGB-Sekretär Reiner Straubing angeschobenen Debatte um das Engagement des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) bei Rechtsrock-Konzerten hat sich Martin Wassermann aus Halberstadt hinter das DRK gestellt. Die Kritik sei unberechtigt und aus seiner Sicht ein "riesengroßer Skandal", so der 88-Jährige zur Volksstimme. "Das DRK und seine Mitarbeiter sind schon immer neutral gewesen und werden deshalb von allen akzeptiert."

Das spiele nicht zuletzt bei kriegerischen Auseinandersetzungen - auch ganz aktuellen - eine Rolle, erinnert Wassermann. Das DRK werde, wenn es Menschen helfe sowie Verletzte rette und betreue, von allen Parteien akzeptiert. Im Prinzip geschehe am Rande der Konzerte in Nien-hagen nichts anderes. Auch dort könne etwas passieren - dann seien die DRK-Mitglieder da, um sofort zu helfen. "Und zwar allen Menschen, ganz egal, wer sie sind", stellt Martin Wassermann klar.

Mit seinen Worten reagiert der Halberstädter, dessen Vater mehr als 30 Jahre lang das DRK in Halberstadt geleitet hatte, auf die von Gewerkschaftssekretär Reiner Straubing angestoßene Diskussion. Straubing, der zugleich Mitglied im Bürgerbündnis "Nienhagen rechtsrockfrei" ist, hat die Verantwortlichen des DRK-Sanitätszugs Harz kritisiert, weil sie in der Vergangenheit die medizinische Absicherung der Rechtsrock-Konzerte im Schwanebecker Ortsteil Nienhagen übernommen hatten. Damit, so Straubing, unterstütze das DRK diese Konzerte zumindest indirekt (die Volksstimme berichtete am Mittwoch). Nicht nur vor Ort sind diese Veranstaltungen umstritten und von vielen nicht gewollt.

Die Verantwortlichen des DRK begründen ihr Engagement mit ihrem Neutralitätsgrundsatz. Aufgrund der laut gewordenen Kritik wollen sie aber künftig nicht mehr in Nienhagen aktiv werden.

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