Im Rahmen der Ferienspiele der Stadt Wegeleben haben Jugendbetreuerin Bettina Wloch und 15 Kinder- und Jugendliche eine Reise nach Schloss Hundisburg (Landkreis Börde) ins "Haus des Waldes" unternommen. Beim Gang in die freie Natur lernten die Teilnehmer viel über natürliche Werkstoffe sowie die Fauna und Flora.

Wegeleben l Die Reise in die Börde ist eine Veranstaltung, die die Wegelebener Jugendbetreuerin Bettina Wloch schon zum zweiten Mal mit in das von ihr ausgearbeitete Ferienprogramm aufgenommen hat. In diesem Jahr reiste sie mit ihren Schützlingen zum "Haus des Waldes" nach Hundisburg, das sich mittlerweile in einem Stadtteil von Haldensleben befindet.

Waldpädagoge Stefan Heinzel, der Leiter der Institution, informierte seine Gäste über die Ameisen. Die Besucher aus dem Vorharz - darunter Kinder aus allen Ortsteilen der Stadt Wegeleben - absolvierten mit ihm eine fast dreistündige Tour durch Wald und Wiesen in der Umgebung von Hundisburg. "Das war schon eine tolle Sache", fand Betreuerin Bettina Wloch. "Nach einer kurzen Einführung über das Leben der Ameisen, wurden die Kinder in zwei Gruppe aufteilt, die dann zwei verschiedenen Ameisenvölker repräsentierten." Jan Schreiber und Emanuel Mauritz spielten die beiden Königinnen. Ihre "Arbeiterameisen" mussten kleine Plastikballons, die mit Wasser gefüllt waren, transportieren. Diese repräsentierten die Brut der jeweiligen Kolonie. "Die Kinder hatten sichtlich Spaß bei der Sache und passten auf die Ameiseneier auf", berichtet Bettina Wloch.

Auf dem Gang durch die Natur vermittelte der Waldpädagoge sein umfangreiches Wissen über die kleinen Krabbeltiere. Die Teilnehmer lernten echte Ameisenhaufen kennen und mussten dann bei kleinen Aktionen das Leben von Ameisen nachspielen. "Wir erfuhren, wie lange es die Tiere schon auf der Erde gibt", schildert die Betreuerin. "Interessant war auch, wie so ein Staat funktioniert und wie die Ameisen über Pheromone miteinander kommunizieren."

Spiele sorgen für viel Spaß bei den Kindern

Die "Ameisenvölker" trugen ausgewählte Teilnehmer 15 Sekunden lang auf einer Decke. Gewertet wurde die am weitesten zurückgelegte Wegstrecke. Dann ging es zu den Kletterstationen. Dabei musste die "Brut" über Hindernisse transportiert werden. Die Kinder konnten dabei eigene Ideen umsetzen. So arbeitete die eine Gruppe mit einer Menschenkette, während die andere ausgewählte Mitglieder auf den Hindernissen postierte, die den anderen Kindern bei der Bewältigung des Hindernisses halfen. "Das war ein gutes Beispiel für Kreativität und Zusammenarbeit", so Bettina Wloch. Und: "Stefan Heinzel hatte auf die vielen Fragen zu den Waldameisen, die zwangsläufig aufkamen, einfach jedes Mal eine Antwort."

Bei einer weiteren Station mussten die Teilnehmer der Exkursion kleine Holzstöße über etwa 20 Meter bewegen. Später bauten sie eigene Ameisenhaufen aus Blättern und Zweigen. "Sehr interessant war auch die Aufgabe, bei der die Königin und die ,Brut` vor Angreifern verteidigt werden musste", erläutert die Betreuerin. "Kleine Sprühflaschen mit Wasser repäsentierten das Gift, das die Ameisen in solchen Situationen versprühen. Das war ein Gaudi."

Nach der Tour kürte die Jury, bestehend aus den mitgereisten Betreuern, noch die Ameisenkönigin des Tages. Hier trug Jan Schneider den Sieg davon. "Jan, der schon einmal Kinderprinz des Wegelebener Karnevals gewesen ist, überzeugte uns", sagt Bettina Wloch. "Insgesamt ist festzustellen, dass alle ihren Spaß hatten. Die Kinder waren schlichtweg begeistert."

Auf dem Weg nach Hause machte die Gruppe noch Station in Flechtingen. Dort absolvierten die Reisenden aus dem Vorharz einige Runden mit dem Wassertreter auf dem See, danach ging es zurück in die Heimat. Bettina Wloch wies außerdem darauf hin, dass die in der letzten Ferienwoche ausgefallenen Veranstaltungen noch nachgeholt werden. "Sie werden nur verschoben", versichert sie. "Bei mir fällt nichts unter den Tisch."

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