Wie kann die Welt, wie kann das Umfeld friedvoller werden? Um Antworten auf diese Frage ging es bei der großen Wallfahrt des Bistums Magdeburg im Kloster Huysburg. Sie stand in diesem Jahr aus aktuellem Anlass ganz im Zeichen von Kriegen und Konflikten.

Huysburg (rad/dl) l Mehr als 4000 katholische Christen aus allen Teilen des Bistums Magdeburg hatten sich auf den Weg zur Huysburg gemacht. Große und Kleine, Junge und Alte. Viele mit Auto oder Bus, manche auch mit dem Fahrrad oder sogar zu Fuß.

Gäste aus dem Ausland

Besonders weit gereiste Gäste und Freunde des Bistums Magdeburg kamen aus Litauen, Frankreich und Tschechien. Darunter Bischof Gilbert Louis aus Châlons, Bischof Jan Vokál aus Hradec Králové und aus dem Bistum Kaisiadorys war Bischof Jonas Ivanauskas zur Huyburg gekommen. Nicht ganz so weit gereiste Gäste kamen aus befreundeten deutschen Bistümern, beispielsweise aus Hildesheim und Paderborn. Für alle Wallfahrer wurde der Tag zu einem Fest der Begegnung und Freude am Glauben sowie zu einer Kraftquelle für den persönlichen Glauben. In einer Zeit, in der vielerorts wieder gewalttätige und bewaffnete Konflikte und Kriege das Bild bestimmen.

Ein aktuelles Thema, das Bischof Gerhard Feige in den Mittelpunkt rückte. Rund um das biblische Leitwort des Tages, "Selig, die Frieden stiften" gab es zahlreiche Angebote: Mehrere Friedensdienste informierten über ihre Arbeit sowie Hilfe und Einsatzmöglichkeiten an Brennpunkten der Welt. Ein Forum des katholischen Hilfswerkes "Missio" thematisierte das Problem der Kindersoldaten am Beispiel des Bürgerkriegs im Kongo. Eine Bildergalerie stellte wichtige Friedensstifter der Geschichte und deren Beweggründe vor. Im weiten Hof der Klosteranlage informierten darüber hinaus an rund 50 Ständen Vereine, Verbände und Einrichtungen über ihre Arbeit im Bistum Magdeburg.

Vielfältige Angebote

Ein Verlag stellte sein Angebot an Büchern, Kalendern und Karten vor, der Caritasverband sein Angebot an sozialer Beratung und Hilfe. Biologische Lebensmittel bot ein Gut an, das als soziale Einrichtung der Caritas auch seelisch-kranken Menschen eine Arbeit ermöglicht. Um ein Zeichen des Friedens für die Umwelt zu setzen und um Müll zu vermeiden, waren alle Wallfahrer eingeladen, für Essen und Getränke eigene Behältnisse mitzubringen.

Ganz dem Thema der Wallfahrt, dem Frieden, war auch die Predigt von Bischof Gerhard Feige gewidmet. Jesus Christus, der Sohn Gottes, ist nach seinen Worten der "wahre Brückenbauer zwischen uns Menschen und zwischen Himmel und Erde." Seine Art und Weise, mit den Armen und Ausgestoßenen umzugehen, sei ein Ausdruck dafür, wie sehr der Friede Gottes in ihm ruhe. Wer sich ihn zum Vorbild nehme, "wird die Kraft haben, sich mit anderen zu versöhnen und auf Gewalt zu verzichten".

Menschen Würde geben

Auf jeden Fall, sagte Feige weiter, müssten die Ursachen von Gewalt und Unfrieden überwunden werden. Dauerhafter Friede hänge im Großen wie im Kleinen davon ab, "wie sehr Menschen in Würde leben können, sodass sie Zugang zu allem haben, was sie zum Leben brauchen: Nahrung, Wasser, Unterkunft, Verpflegung, Bildung und die Möglichkeit, eine Familie zu gründen und zu unterhalten".

Aufgabe der Christen sei es, sich in diesem Sinn für Gerechtigkeit und Solidarität einzusetzen. "Lasst uns gemeinsam Brücken bauen", forderte Feige die Wallfahrer auf. Eine Botschaft, die aktueller denn je ist.