Halberstadt l In der Nacht zum Dienstag ist in der Gröperstraße in Halberstadt erneut ein Brandanschlag verübt worden. Nach Angaben eines Polizeisprechers brach das Feuer diesmal gegen 0.40 Uhr in einer leerstehenden Wohnung des Hauses Gröperstraße 82 aus. Die Bewohner des unmittelbar neben dem Betriebshof der Halberstädter Verkehrsgesellschaft gelegenen Hauses bemerkten die Rauchentwicklung rechtzeitig. Sie konnten sich in Sicherheit bringen und blieben allesamt unverletzt, hieß es. Die Polizei hat Ermittlungen wegen schwerer Brandstiftung aufgenommen.

Die Flammen wurden nach Informationen der Volksstimme offenbar von einem Passanten entdeckt, der die Feuerwehr verständigte. Tief in der Nacht sei dies ein wahrer Glücksumstand gewesen, sagte Einsatzleiter Ingo Wetzel. Die Anwohner des Hauses - neun Erwachsene und vier Kleinkinder - hätten sich bis zum Eintreffen der Feuerwehr bereits untereinander alarmiert und seien anschließend von den Wehrleuten vorsorglich evakuiert worden.

Zur Brandbekämpfung waren bis etwa 2 Uhr die Feuerwehren Halberstadts mit sechs Mitgliedern der hauptberuflichen Wachbereitschaft und 16 Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr vor Ort. Hinzu kamen vier Mitglieder der Atemschutzgerätegruppe aus dem Ortsteil Langenstein.

Laut Polizei wurden im Zuge der Ermittlungen zwei Brandstellen in einer gegenwärtig ungenutzten Wohnung entdeckt. Nach Informationen der Volksstimme waren mehrere Zimmer dieser Wohnung bereits leergeräumt. In zwei noch mit Möbeln ausgestatteten und nicht direkt aneinander angrenzenden Zimmern brach ersten Erkenntnissen zufolge das Feuer aus. Die Polizei geht anhand der Spuren bislang von Brandstiftung aus, die Höhe des Sachschadens ist unklar.

Parallelen zu einem Brandanschlag auf ein anderes Mehrfamilienhaus in der Gröperstraße schlossen die Ermittler zunächst nicht aus. Am letzten August-Wochenende war ebenfalls in den Nachtstunden in der Gröperstraße 27 ein Feuer ausgebrochen. Dabei hatten bislang unbekannte Täter laut Polizei an mehreren Stellen des bewohnten Hauses Feuer gelegt.

Ein Zehnjähriger bemerkte an jenem Sonntag, 31. August, gegen 5.20 Uhr den Brandgeruch und informierte seine Mutter, die die weiteren Hausbewohner alarmierte. Verletzte gab es nicht, mehrere Mieter erlitten Atembeschwerden.

Unmittelbar nach dem Feuer griff die Polizei in Tatortnähe einen 22-jährigen Verdächtigen auf, der sich auffällig verhielt und stark alkoholisiert war. Weil sich obendrein an seiner Kleidung Rußpartikel fanden, rückte er als Tatverdächtiger ins Visier der Ermittler. Der Mann wurde anschließend in einer Fachklinik stationär aufgenommen. "Dort befindet er sich nach unseren Informationen gegenwärtig noch, sodass er zumindest für den neuerlichen Brand als Täter ausscheidet", so Polizeisprecher Peter Pogunke zur Volksstimme.

Im Bereich Gröperstraße und in der Halberstädter Altstadt hatte es in der jüngeren Vergangenheit nach Brandstiftungen mehrfach gebrannt. Eingebrannt ins Gedächtnis vieler Anwohner hat sich das Großfeuer am 7. Oktober vorigen Jahres in der Gröperstraße 20. Damals kämpften rund 100 Feuerwehrleute aus dem Harz-Kreis gegen die Flammen, die das Hab und Gut einer Familie zerstörten und das Haus irreparabel beschädigten. In derselben Nacht hatten Unbekannte im Keller des Hauses Johannesbrunnen 26 einen Eimer mit Papier und eine Wolldecke angezündet.

Ob in diesen beiden Fällen bislang Tatverdächtige ermittelt worden sind, blieb am Dienstag offen. Gleiches gilt für ein Feuer, bei dem Unbekannte im März dieses Jahres in der Heinrich-Julius-Straße einen im Flur liegenden Zeitungshaufen in Brand gesetzt hatten.

Zeugenhinweise bitte unter Telefon (0 39 41) 67 41 93 an die Polizei.