Halberstadt (sc) l Die alte Treppe an der Ostseite des Domkreuzganges ist ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche. So weit, so gut. Weniger gut ist, dass dieser Treffpunkt in jüngster Zeit zu einer Müllkippe verkommt. Ein Fakt, mit dem sich Domschatzverwaltung und evangelischer Kirchenkreis schon eine Weile herumschlagen (Volksstimme berichtete). Um darauf aufmerksam zu machen, wie gravierend das Problem ist, hat man sich dazu entschlossen, den Müll nicht mehr jeden Morgen wegzuräumen.

"Gerade an dieser Stelle, wo viele Touristen entlanglaufen, um vom Stadtzentrum zum Dom zu gelangen, wirft das ein ganz schlechtes Licht auf unsere Stadt", sagt Bianca Groß. Die Halberstädterin will sich mit anderen Einwohnern den Vandalismus in der Stadt nicht mehr gefallen lassen und rief die Platzwächter-Aktion ins Leben.

Ziel der Aktionen ist es, die Halberstädter zu mehr Zivilcourage zu bewegen, sie zu ermutigen, die Augen aufzumachen und nicht wegzuschauen, wenn Plätze in der Stadt immer wieder Treffpunkt von Zerstörungswütigen werden.

"Unsere erste Platzwächter-Aktion Bei den Spritzen hat gute Früchte getragen", berichtet die Unternehmerin. "Seit sich dort zahlreiche Einwohner zu einem netten Abend getroffen haben, ist es nicht wieder zu Vandalismusschäden gekommen. Vielleicht können wir auch bei unserer nächsten Aktion am Montag, dem 29. September, ähnliches bewirken." Bianca Groß hofft, dass sich an diesem Tag ab 18 Uhr viele Einwohner am Osthang des Domplatzes treffen und man vor Ort vielleicht mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen kann. "Das Areal ist ein wichtiger Kulturstandort, da sollten wir nicht einfach wegsehen."

Die Platzwächter-Initiatorin ist froh, dass auch die Polizei zugesagt hat, bei der Aktion dabei zu sein. "Wir wollen den Sachverstand der Beamten nutzen und erfahren, was man tun kann, wenn man Vandalismus beobachtet, wie es sich mit Anzeigen gegen solche Zerstörungswütigen verhält und vieles mehr."