Der Neubau eines Spielplatzes in Schwanebeck beginnt Anfang Oktober. Dann sollen das Gelände beräumt und die Betonpfosten für den Zaun gesetzt werden. Dafür werden noch freiwillige Helfer aus der Bevölkerung gesucht, die die Arbeiten unterstützen.

Schwanebeck l Im Frühjahr dieses Jahres ist der Weg geebnet worden für die Errichtung eines neuen Spieplatzes in Schwanebeck. Dazu gibt es einen Stadtratsbeschluss, der ein städtisches Gelände, direkt gegenüber dem Verwaltungsgebäude in der Kapellenstraße dafür vorsieht. Erst kürzlich wurde auf einer Bürgerversammlung ein Konzept von Regine Leipert dazu vorgestellt (Volksstimme berichtet). Nach einer Ortsbesichtigung, die Anfang September erfolgt ist, lassen die Beteiligten jetzt Taten folgen. Bürgermeisterin Christina Brehmer (Die Linke), die das Projekt unterstützt, teilt im Gespräch mit der Volksstimme mit, dass der Startschuss für die ersten Arbeiten am Donnerstag, dem 2. Oktober erfolgen soll. "Es geht zunächst darum, das Gelände aufzuräumen und für die Setzung der Betonpfosten, die den Zaun tragen sollen, vorzubereiten", führt sie aus. "Nur zwei Tage später, also am Sonnabend, geht es dann darum, die bewussten Pfosten zu setzen." Bis zum ersten Termin werden außerdem Absprachen mit dem Bauhof der Stadt erfolgen, der unterstützend mit anpacken soll. "Wir benötigen aber noch Hilfe aus der Bevölkerung, damit die Arbeiten in einem zügigen Tempo vorangehen können", erläutert die Bürgermeisterin weiter. "Helfer können sich zum ersten Termin ab 15 Uhr und an Sonnabend ab 9 Uhr einfinden."

"Die Kinder müssen an den Entscheidungen beteiligt werden. Dieses Recht steht ihnen nach dem Gesetz sogar ausdrücklich zu."

Regine Leipert, Projektantin

Der scharfe Start in das Vorhaben wird von allen Unterstützern des Spielplatzbaus vorbehaltlos begrüßt. "Wir freuen uns darüber, dass es endlich losgeht", befindet Dirk Müller, der Sprecher der Elterninitiative. "Sollten die Arbeiten entsprechend von der Hand gehen, dann könnte der Zaun Ende Oktober stehen. Das wäre optimal, um das von uns geplante Spielplatzfest noch auszurichten. Vorausgesetzt, das Wetter spielt dabei mit." Bei diesem Fest wollen die Eltern den Einwohnern das Spielplatzgelände vorstellen und bei dieser Gelegenheit vielleicht noch die ein oder andere Spende einwerben.

Die Projektantin Regine Leipert ist inzwischen noch auf eine weitere Idee gekommen. "Ich habe die Grundschule und die Sekundarschule in Schwanebeck besucht und auf das Projekt aufmerksam gemacht," berichtet sie. "Mein Ziel war es, eine Vernetzung der Kinder und Jugendlichen zu erreichen. Das ist mir auch gelungen." Die angesprochene Vernetzung sehe vor, die Zielgruppe für den Spielplatz zu begeistern und ihre Vorstellungen in den Aufbau des Geländes und entsprechender Bereiche einfließen zu lassen. "Die Kinder müssen an den Entscheidungen beteiligt werden", meint Regine Leipert. "Dieses Recht steht ihnen nach dem Gesetz sogar ausdrücklich zu."

An den Schulen wurde ihre Idee offensichtlich mit Begeisterung aufgenommen. Die Grundschüler waren sofort mit Feuereifer bei der Sache. Sie malten ihre Vorstellungen von dem Spielplatz und was auf ihm zu finden sein sollte auf. Das bestätigte Insa Gnade, die Leiterin, gegenüber der Volksstimme. "Die Beteiligung war riesengroß", schätzte sie ein. "Wir wollten eigentlich nur ausgewählte Bilder an die Planungskommission einreichen, von dem Gedanken sind wir aber abgerückt. Wir werden alle Blätter übergeben, da sich gezeigt hat, dass der Spielplatz einfach jeden interessiert."

Auch die Petrischule beteiligt sich aktiv an der Ideenfindung. So wird auf der Webseite www.sks-petri.bildung-lsa.de zur Beteiligung aufgerufen. Elternsprecher Dirk Müller sieht die Beteiligung der Kinder und Jugendlichen ebenfalls positiv. "Das ist eine gute Sache", sagt er. "Wir selber hatten auch schon die Grundschule und die Kindertagesstätte besucht und diesen Gedanken angeregt. Es ist schön, zu wissen, dass alle aktiv an unserem Vorhaben mitarbeiten wollen." Die Fantasien der Kinder seien allen Beteiligten wichtig und man müsse sie bei dem Projekt nach Möglichkeit berücksichtigen. Daher begrüße er den Entschluss der Grundschulleiterin, alle gemalten Bilder bei der Planungskommission einzureichen.

Regine Leipert befand sogar, dass die Stadt stolz darauf sein könne, einen besonderen Spielplatz zu errichten, auf dem die Kinderwünsche berücksichtigt werden. "Wenn sich alle an der Planung und an der Errichtung beteiligen, dann sollte es hinterher auch keine Probleme mit Vandalismus geben", schätze sie ein. "Ein Projekt, an dem man selber beteiligt war, lässt sich wohl niemand einfach so zerstören."

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