Nach monatelangen Bauarbeiten sind am Donnerstag im Halberstädter Ortsteil Klein Quenstedt die Straße der Freundschaft und der Plan feierlich freigegeben worden. Insgesamt wurden rund 1,4 Millionen Euro investiert.

Klein Quenstedt l Das Wörtchen "groß" hatte am gestrigen Donnerstagnachmittag im kleinen Halberstädter Ortsteil Klein Quenstedt Hochkonjunktur und war in aller Munde. Aus gutem Grund: Schließlich ist das, was mit großem Bahnhof eingeweiht wurde, eine richtig große Nummer. In den vergangenen Monaten waren die Hauptstraße des Ortes, die Straße der Freundschaft, und der angrenzende Plan aufwändig saniert worden. Neben Fahrbahnen und Gehwegen wurden dabei auch zahlreiche Ver- und Entsorgungsmedien im Erdreich erneuert oder gänzlich neu verlegt. Die in den 1930er Jahren gepflasterte Straße, die nach acht Jahrzehnten völlig desolat war, präsentiert sich nun als glatte Asphaltpiste.

Entsprechend groß war die Freude, die Ortsbürgermeister Hubertus Baer (CDU) bei der feierlichen Freigabe versprühte: "Das ist ein großer Tag für Klein Quenstedt, der in großen Lettern in die Geschichte unseres Ortes eingehen wird", rief der glühende Verfechter des Bauprojektes aus. Das 76-jährige Gemeindeoberhaupt weiß, wovon es spricht und worum es ging: Die grundhafte Sanierung beider Straßen war nicht nur ein Mammutprojekt für den kleinen Ortsteil, sondern viele Jahre auch höchst umstritten. Als der Ausbau vor etwa 15 Jahren schon einmal ernsthaft diskutiert worden war, regte sich wegen der Straßenausbaubeiträge unter den Anliegern massiver Widerstand. Er war so groß, dass die Baupläne gestoppt und zunächst auf unabsehbare Zeit vertagt wurden.

2012 unternahmen Hubertus Baer und die Verantwortlichen im städtischen Tiefbauamt einen neuen Anlauf. Diesmal konnten sie die Anwohner überzeugen - auch vor dem Hintergrund, dass die Fördermittel-Quellen in der Zukunft wohl nicht mehr so üppig sprudeln werden wie bislang. Unterm Strich müssen die Anlieger der Straße der Freundschaft sowie des Plans nun rund 303 000 Euro über Ausbaubeiträge beisteuern.

In die allgemeine Freude vor Ort - zahlreiche Anwohner ließen es sich nicht nehmen, bei der Freigabe dabei zu sein - stimmte Oberbürgermeister Andreas Henke ein: Der Linkspolitiker erinnerte mit Blick auf gerade vollzogene Straßenfreigaben in Ströbeck und Emersleben daran, dass die Stadt sich auch in den Ortsteilen engagiere und investiere. Zugleich lobte Henke die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten. "Dass die Magistrale von Klein Quenstedt wieder gut befahrbar ist, ist Ergebnis eines gelungenen Gemeinschaftswerkes."

Am Ende waren es die Kleinsten aus Klein Quenstedt, die bei der Eröffnung ganz groß rauskamen. Nachdem die Mädchen und Jungen aus dem örtlichen Kindergarten "Kunterbunt" die Gäste mit Liedern begrüßt hatten, rückte die vierjährige Lilly Joe Gillert ins Rampenlicht. Der jüngsten Bewohnerin der Straße der Freundschaft fiel gemeinsam mit dem 77-jährigen "Straßen-Senior" Manfred Prietzel die Ehre des feierlichen Scherenschnitts zu.

Anschließend startete der gemütliche Teil, den Michael Treblin mit der Drehorgel begleitete. Vor Ort waren nach Abschluss der monatelangen Bauarbeiten nur lobende Worte zu hören. "Ich hoffe nur, dass die glatte Straße jetzt nicht zur Rennstrecke wird", gab Anwohner Volkmar Lotz zu bedenken. Weil auf beiden Straßenseiten abwechselnd geparkt werden darf, dürften abgestellte Autos zur Tempobremse werden.

Die alten Bäume, die vor den Bauarbeiten gefällt wurden, werden durch 44 junge Linden ersetzt. Etwa 30 Exemplare würden voraussichtlich im November in der Straße der Freundschaft gepflanzt, die übrigen andernorts, sagte Tiefbauamtsleiter Manfred Wegener.

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