Farbenfroh, geschliffen, roh behauen, sorgfältig gefasst und kombiniert - den Umgang mit farbigem Glas beherrschen Hans-Georg und Birk-Andreas Losert. Im Gleimhaus ist bis Januar ein Querschnitt ihrer Arbeiten zu sehen. "Lichtzeichen" heißt die Ausstellung.

Halberstadt l Lichtzeichen im wahrsten Sinne des Wortes wurden am Sonntag im Gleimhaus gesetzt. Bewirkt hatten dies zunächst die Halberstädter Glasgestalter Hans-Georg und Birk-Andreas Losert mit der Präsentation ihrer Arbeiten, im Weiteren die geschickte Platzierung der Werke und als dritter Faktor das der Ausstellungseröffnung "gewogene" Wetter.

Nach langen Regentagen ließ die Sonne vor allem im Foyer des Literaturmuseums die Werke des Gemeinschaftsateliers in allen Farben des Regenbogens erstrahlen und erzeugte im Wechsel des Lichtes ein brillantes wie überraschendes Ergebnis. Farbspiele, die von dem ebenso aufgeschlossenen wie interessierten Publikum mit Begeisterung kommentiert wurden.

Vor allem an dem extra für die Ausstellung geschaffene Tryptichon mit dem Titel "Gleims Freundschaften" im Foyer ließ sich die Macht des Lichts eindrucksvoll erkennen. Die intensiven Farben und die dennoch erhaltene Transparenz der Arbeiten boten Anlass für einen angeregten Meinungsaustausch zwischen den Besuchern und Vater wie Sohn Losert.

Die als Werkschau angelegte Ausstellung ermöglicht einen repräsentativen Überblick über das Schaffen der beiden auch überregional geschätzten Künstler und Restauratoren. Neben Buntglasarbeiten in meist klassischer Blei-Mosaikverglasung sind auch Fotos von ortsgebundenen Arbeiten aus der Vergangenheit zu sehen. Interessant die ebenfalls ausgelegten Skizzenbücher über das Werden und Entstehen der Kunstwerke.

Dass die Glaskunst eine besondere Faszination auf die Menschen - nicht nur auf Erwachsene, sondern auch auf Kinder ausübt -, ließ sich an dem hohen öffentlichen Interesse zur Eröffnung der Glaskunstausstellung ablesen. Mehr als 100 Gäste konnte Museumschefin Ute Pott in ihrer launigen Rede begrüßen, unter ihnen Stadtratspräsident Volker Bürger, Fachbereichsleiter und Stellvertreter des Oberbürgermeisters, Michael Haase, die Ortsbürgermeister Hubertus Baer (alle CDU) und Jens Müller(SPD), die Künstler Annedore Policek, Dieter Schirmer, Daniel Priese und der Kunsthistoriker Horst Scholke sowie Freunde und Bewunderer der facettenreichen Arbeit der Glasgestalter und Restauratoren.

Das die Ausstellung begleitende Programm ermöglicht neben dem Kontakt mit den Künstlern eine intensive Auseinandersetzung mit den klassischen und modernen Techniken der Glasgestaltung sowie der Glasmalerei. So soll im Dezember im Rahmen des Neuen Familienkundlichen Abends nicht nur die Familiengeschichte der Loserts im Fokus stehen, sondern während des Gespräches auch ein Buntglasfenster entstehen.

In die Ausstellung "Lichtzeichen" führte Reimar Lacher, promovierter Kunsthistoriker am Gleimhaus, ein. Er verwies auf die spirituelle Bedeutung des Lichts, wie sie in Kirchenfenstern betont wird, aber auch auf die Faszination ganz profaner Arbeiten.

Die Schau ist Bestandteil des Ausstellungsprojektes "zeitgleich - zeitzeichen 2014" des Bundesverbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler unter der Schirmherrschaft der Staatsministerin für Kultur und Medien, Professor Monika Grütters, und wird bis zum 18. Januar gezeigt.

Bilder