Halberstadt (sc) l Die alte Heimat ruft und Jürgen Viertel folgt dem Ruf. Seit 2005 hat der Chemnitzer in Halberstadt gewirkt, als Geschäftsführer maßgeblich die Arbeit der Diakonie-Werkstätten mitbestimmt. Dass er mit seiner freundlichen, gelassenen Art die Menschen für sich gewonnen hat, sich durch sein Wissen, seinen wirtschaftlichen Sachverstand und sein Einfühlungsvermögen Respekt und Achtung erarbeitet hat, all das war am Donnerstag deutlich sichtbar. Zur Verabschiedung des Theaterliebhabers, Radwanderfans und Weingenießers kamen so viele Gäste, dass die Stühle in der Kantine der Werkstätten nicht ausreichten. Gesellschafter, Mitarbeiter, Eltern, Partner aus Politik und Wirtschaft und viele Wegbegleiter ließen es sich nicht nehmen, den humorvollen Grauschopf zu verabschieden.

Holger Thiele und Christian Hamann dankten im Namen der Gesellschafter Cecilienstift und Lebenshilfe dem scheidenden Chef dafür, dass er nicht nur bauliche Erweiterungen der Diakonie Werkstätten gGmbH auf den Weg gebracht hat, sondern auch fruchtbare Beziehungen zu vielen Menschen in der Region knüpfte.

Angelika Zädow war die Aufgabe zugefallen, eine Laudatio auf Viertel zu halten. Dass er sich die Fähigkeit bewahrt habe, neugierig zu bleiben auf die Menschen, auf das, was andere für sich entdecken, sei eine große Gabe, sagte die Superintendentin des Kirchenkreises Halberstadt. Ihm sei es gelungen, den humanistischen und den kirchlichen Ansatz der Gesellschafter zu verbinden, in dem er immer den Menschen in den Mittelpunkt allen Tuns stelle. Dazu komme eine weitere Gabe, nämlich die, mit einer gewissen Leichtigkeit durch das Leben zu gehen. Das liege an seinem Christsein, betonte Viertel, der seine morgendlichen Treffen mit den Betreuern und Mitarbeitern stets mit dem Satz beendete: "Einen fröhlichen Dienst." Heute wird er ihn zum letzten Mal in Halberstadt Am Bahndamm 9 sagen.