Mit 39 ehrenamtlichen Helfern hat der Ortsverband Halberstadt des Technischen Hilfswerks (THW) 2013 den Einsatz gegen die Hochwasserfluten unterstützt. Dafür gab es jetzt die Bundes-Fluthelfermedaille.

Halberstadt l Wie an vielen Sonnabenden im Jahr waren auch diesmal zahlreiche THW-Helfer aus dem gesamten Landkreis zum Ausbildungstag auf das frühere Kasernengelände in den Klusbergen in Halberstadt gekommen. Am Mittag bekamen sie Besuch von Abgeordneten und Landrat Martin Skiebe (CDU). Bevor die Gäste den THW-Mitgliedern die Bundesflutmedaille verliehen, präsentierte ihnen die Truppe um den Ortsbeauftragten Thomas Moritz die 2013 beim Hochwasser eingesetzte Technik.

Dazu gehört ein moderner Gerätewagen, der dank seines Hochleistungs-Stromaggregats im Hochwassereinsatz ein Schöpfwerk speiste. Da das Fahrzeug auch einen Teleskop- lichtmast besitzt, mit dem Gelände gut ausgeleuchtet werden kann, sind Einsätze rund um die Uhr möglich. Ein Tieflader hilft beim Techniktransport, hat im Sommer 2013 aber auch zig Tausende Sandsäcke "chauffiert". "Unsere fahrbare Pumpe kann bis zu 5000 Liter Schmutzwasser pro Minute fördern", erläuterte Zugführer Christian Schäfer.

Weitere Fahrzeuge mit Technik, für den Mannschaftstransport und für die Fachgruppe Sprengen stehen im Stütztpunkt bereit. "Die Technik kann modular auch in anderen Bundesländern zum Einsatz kommen."

Die Medaillen, Urkunden und den Dank für die geleistete Arbeit überbrachte Ina Anette Lehmann, Geschäftsführerin der THW-Geschäftsstelle in Magdeburg. "Der Schlüssel zu unserem Erfolg ist die gute Ausbildung", betonte sie. Die Helfer aus dem Bereich Halberstadt und Wernigerode, die zu diesem THW-Ortsverband gehören, seien beim Hochwasser umgerechnet 836 Arbeitstage zum Einsatz gekommen. "Dafür danken wir auch den jeweiligen Arbeitgebern."

Großen Dank richtete die THW-Geschäftsführerin vor allem an die Truppe: "Sie haben Übermenschliches geleistet. So konnte der Calber Ortsteil Gottesgnaden gehalten werden." Der dortige Landrat hatte alle anderen Helfer wegen der Gefahren abgezogen, doch das THW blieb eigenverantwortlich vor Ort.

Für Zugführer Christian Schäfer aus Minsleben war es der zweite große Einsatz. Für den 32-jährigen Beamten der Stadtverwaltung Wernigerode ist Technik schon immer "sein Fall". Der verheiratete Vater von zwei Kindern opfert monatlich mindestens einen Sonnabend für die Ausbildung. Hinzu kommen Lehrgänge. Im Ernstfall organisiert er die Einsätze und den Nachschub, ist Bindeglied zum Stab. Im Hochwasserort Calbe trug er 2013 die Hauptverantwortung. Nach den extremen Regenfällen in diesem Sommer war er in Ilsenburg im Einsatz. Auch wenn Christian Schäfer jetzt eine mehrjährige berufliche Fortbildung begonnen hat, will er dem THW treu bleiben.

"Die Menschen sind für ihre Hilfe dankbar", betonte Landrat Skiebe. Er lobte die professionelle Arbeit, die laufende Weiterbildung. "Das THW ist immer für den Fall der Fälle da." Stolz könne der Ortsverband auf seine Nachwuchsgruppe sein. Diesen Schwerpunkt lobte auch die Landtagsabgeordnete Frauke Weiß (CDU).

Vor wenigen Tagen gab es für die Helfer der Feuerwehr Halberstadt Medaillen für den Fluteinsatz. Die Feuerwehr komme oft gemeinsam mit dem THW zum Einsatz, erinnerte Michael Haase von der Stadtverwaltung. Das habe im Sommer beim Busunfall in der Harmoniestraße optimal funktioniert.

Die Fluthelfer-Medaille wurde vom Bundesinnenminister gestiftet. "Vor ihrem persönlichen Einsatz habe ich großen Respekt", sagte die Bundestagsabgeordnete Heike Brehmer (CDU). "Im kommenden Jahr können wir den 25. Jahrestag der Gründung feiern". Das THW in Halberstadt sei nach der Wende der erste Ortsverband in den östlichen Bundesländern gewesen und bleibe im Harz ein zuverlässiger Ansprechpartner.

Bilder