Halberstadt l Kindern ist der Erhalt eines Denkmals in Halberstadt zu verdanken. Denn sie sind die Nutzer des neuen Spielhauses am Ebereschenhof. Für diese zukunftsorientierte Reaktion auf den demografischen Wandel gab es am Montagvormittag viel Lob für Beate Grebe von Landesbauminister Thomas Webel (CDU). Dass sich die Geschäftsführerin der Halberstädter Wohnungsgesellschaft (HaWoGe) mit ihrem Team für diese Art der Nutzung des lange leerstehenden, denkmalgeschützten Magazingebäudes am Stadteingang entschieden habe, sei mutig gewesen.

Umgesetzt werden konnte die Idee nur Dank der Unterstützung seitens des Aufsichtsrates der HaWoGe, der Stadtverwaltung, talentierter Planer und finanzieller Unterstützung durch das Land. So habe Jens Klaus, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, wochenlang "Klinken geputzt" im Bauministerium, um für einen möglichen Investor die Chance auf eine Förderung auch ohne Eigenanteil der Stadt zu bekommen. "Dann waren wir der Investor und sind in den Genuss von insgesamt 1,8 Millionen Euro Fördermittel gekommen", sagte Grebe gestern vor mehr als 200 geladenen Gästen aus Politik, Verwaltung, Handwerk, Finanzwesen, Behindertenarbeit und Jugendhilfe.

Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke) hatte zur Begrüßungsrede eine gläserne Trophäe mitgebracht. Die gab es für den zweiten Platz beim Landeswettbewerb "Auf dem Weg zur barrierefreien Kommune" zu den 80 000 Euro Preis- und 300 000 Euro Fördergeld mit dazu. Da das barrierefreie Spielehaus als Einzelbeitrag so erfolgreich gewesen sei, gehöre der Pokal in die städtische Wohnungsgesellschaft sagte Henke bei der Übergabe. Er würdigte zudem die Leistung des Mitarbeiterteams, das zeitgleich vier große Projekte stemmen musste: den Abriss der leerstehenden Gebäude an der Harzstraße, den Abriss der Plattenbauten an der Kühlinger Straße, die Sanierung der Gebäudezeile an der Minna-Bollmann-Straße und der Ausbau des Denkmals am Ebereschenhof.

Die HaWoGe wird den laufenden Betrieb des Spielemagazins nicht selbst koordinieren, das erledigt in ihrem Auftrag das Freizeit- und Sportzentrum (FSZ). Zehn Mitarbeiter sind für Gastronomiebereich, Kassendienst und Information eingestellt, acht Arbeitsplätze wurden dabei neu geschaffen.

Um 10 Uhr öffnet das Spielehaus heute seine Türen. Normalerweise geht es in der Woche erst um 14 Uhr los. Aber zur Eröffnung rechnen die Akteure mit vielen Neugierigen.