Geredet wurde schon oft über die problematische Osterwiecker Schulhofsituation im Sonnenklee, getan hat sich aber bisher nichts. Der Sozialausschuss des Stadtrates nahm am Montagabend einen neuen Anlauf.

Osterwieck l Eigentlich handelt es sich um zwei Probleme. Zum ersten ist der Schulhof zu klein. Zum zweiten sind die beiden Schulgebäude durch eine öffentliche Straße getrennt. Punkt zwei war bisher nicht zu lösen, für Punkt eins wurde zuletzt ins Auge gefasst, den Schulhofzaun noch um zwei Meter zur Straße zu versetzen, sodass der schmale Grünstreifen mit den Bäumen dem Hofgelände zugeschlagen wird. "Das war der kleinste gemeinsame Nenner", sagte Hauptamtsleiter Manfred Riecher im Ergebnis der Gespräche, die die Verwaltung bisher mit Polizei, Abfallwirtschaft, Feuerwehr und Verkehrsplaner geführt hat.

Schulleiterin Kristin Birla ist erst seit drei Jahren in Osterwieck tätig. Die Lage der Schule beiderseits der Straße habe sie aufgeschreckt, vor allem beim morgendlichen Verkehr, wenn zahlreiche Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen. "Es ist ein selbstgemachtes Problem, es sind die Eltern, das ist uns bewusst", sagte Birla im Sozialausschuss. Mehrere Appelle an die Vernunft der Eltern, doch Sackstraße oder Schützenstraße zu nutzen, hätten nichts gebracht. Aber die Eltern würden eben auch nichts Verbotenes tun, wenn sie im Sonnenklee im Parkverbot ihre Kinder aus dem Auto aussteigen lassen.

Wobei diese Situation noch keine Ewigkeit besteht. Erst 1998 wurde das ehemalige Gebäude einer Schlosserei für die Grundschule mit umgebaut. Das Verkehrsproblem indes entstand zehn Jahre später, Ende 2008, nachdem der Sonnenklee saniert worden war. Vorher scheuten offenbar die meisten "Eltern-Taxis" die Fahrt übers Kopfsteinpflaster.

Vor allem die neuen, jungen Mitglieder des Sozialausschusses wie Florian Weinert (Osterwieck), Alexander Kottwitz (Rhoden) und Michael Schidlo (Zilly) drängten in der Sitzung darauf, sich des Verkehrsthemas nochmals anzunehmen. Diskutiert wurde über Zebrastreifen, Einbahnstraßenregelung, Spielstraße oder gar eine Absperrung der Straße. Den Sonnenklee mittels eines Zauns quer über die Straße zum Schulhof umzufunktionieren, war im Vorfeld schon mal geprüft worden, aber vor allem am Veto der Entsorger gescheitert. Im Ausschuss wurde nun eine mobile Absperrung ins Spiel gebracht, die von Entsorgungsfahrzeugen oder auch Rettungskräften bei Bedarf geöffnet werden könnte. Tenor im Ausschuss war, dass allein mit Verkehrsschildern das Problem nicht zu lösen sei. Dennoch sollen neben der mobilen Absperrung auch die Varianten einer Spielstraße und eines Verkehrsverbotes geprüft werden.

Schulleiterin Kristin Birla berichtete, dass momentan 136 Kinder die Grundschule besuchen. In den nächsten drei Jahren würden Einschulungen mit jeweils etwa 40 Kindern erwartet, wodurch die Schülerzahl noch wachse. Eine kleine Spielfläche des Schulhorts könne nur bei trockenem Wetter genutzt werden.