Rübeland l Mit der Ankündigung des Einbaus von Rüttelplatten gegen rasende Motorradfahrer im nächsten Jahr hatten Vertreter der Region eigentlich sehr gehofft, dass die Gefahrenstelle am vielbesuchten Tunnel über die Rappbodetalsperre nach mehr als 30 Unfällen in den vergangenen Jahren endlich entschärft werden kann. Der neuerliche schwere Unfall vom Sonntag lässt die Hoffnung zerplatzen.

"Die Rappbodetalsperre ist unser Highlight, unser Glanzlicht, die darf nicht zu einer Mördergrube werden", warnt der Oberharzer SPD-Stadtrat Uwe Anderfuhr. Er ist zugleich Chef der Rübeländer Feuerwehr, die - weil am nächsten dran - zu jedem Unfall an der Talsperre gerufen wird. "Wenn manche unsere Kameraden sehen: Schon wieder Einsatzort Talsperre, wird ihnen ganz mulmig, viele Bilder kriegt man ja nicht mehr aus dem Kopf", berichtet Anderfuhr.

Auch am Sonntag war Rübelands Wehr gemeinsam mit Kameraden aus Neuwerk und Hasselfelde vor Ort. Diesmal war der Verursacher kein Motorradfahrer wie sonst oft, sondern ein Pkw-Fahrer, der eine völlig unbeteiligte Fußgängerin schwer verletzte (Volksstimme berichtete). "Diese Unfälle müssen endlich gestoppt werden, es geht um Menschenleben", so Anderfuhr. Die Kameraden in Rübeland würden schon von Glück reden, dass unter den tausenden von Besuchern, die die Talsperre jährlich besuchen, noch kein Kind zu Schaden kam. Anderfuhr: "Was muss denn noch passieren?"

Als wirkliche Abhilfe schlägt der Rübeländer vor, eine Ampelanlage am Tunnel zu installieren. Diese auch von Leser Uwe Lauer aus Blankenburg gegenüber Volksstimme vorgebrachte Lösung würde bedeuten, dass der Tunnel nur jeweils in eine Richtung durchfahren werden kann. Das würde die Lage entschärfen und auch den Fußgängern mehr Platz bieten, heißt es.

Allerdings würde eine Ampel auch den Verkehrsfluss behindern. "Der Großparkplatz reicht jetzt schon in Spitzenzeiten nicht mehr aus", sagte Oberharz-Ordnungsamtsleiter Roland Krebs auf Nachfrage. Als die Straße am Sonntag wegen des Unfalls bis gegen 17.30 Uhr gesperrt war, sei es sofort zu einem kilometerlangen Stau gekommen.

Der Ordnungsamtsleiter unterstützt jedoch vehement die Bemühungen von Feuerwehrmann und Stadtrat Uwe Anderfuhr. "Wir gründen eine Arbeitsgruppe", sagt Anderfuhr. "Alle Verantwortlichen für die Lage am Tunnel, also Landesstraßenbaubehörde, Polizei, Straßenverkehrsamt und die Vertreter der Oberharzstadt, müssen an einen Tisch", fordert Krebs. Nach dem jüngsten Unfall bestehe dringender Handlungsbedarf.

Krebs warnt zugleich vor Schnellschüssen. Eine Ampel würde sich vermutlich mit dem Einbau der geplanten Rüttelplatten nicht vereinbaren. Beides sei nun zu prüfen.

 

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