Der Stadtrat Halberstadt erweitert das Stadtumbaugebiet "Nordring-Innenstadt" um die Theaterpassage. Damit können für Aufwertungsprojekte Fördermittel beantragt werden.

Halberstadt l Das Stadtumbaugebiet "Nordring-Innenstadt" expandiert. Einstimmig hat der Stadtrat Halberstadt während seiner jüngsten Tagung beschlossen, die etwa 133 Hektar umfassende Fläche des potenziellen Fördergebietes um das etwa 6,5 Hektar große Areal an der "Theaterpassage" zu erweitern. Kern des Beschlusses ist, für das Gebiet Gelder aus dem Programm Stadtumbau Ost für künftige Aufwertungsprojekte erschließen zu können. Die von Finanzproblemen geplagte Stadt wird in diesem Fall zur Finanzierung anstehender Vorhaben nur mit einem Eigenanteil von zehn Prozent herangezogen.

Für ehemaliges Klubhaus besteht Handlungsbedarf

Handlungsbedarf besteht beim Thema Aufwertung im Bereich zwischen OdF-Straße, Harmoniestraße und Spiegelstraße zweifellos. So zum Beispiel bei dem seit über zwei Jahrzehnten verwaisten ehemaligen Klubhaus. Die Schrott-Immobilie belastet mitten in der Stadt das Image Halberstadts stark. Nach dem Verkauf des Hauses Anfang der 1990er Jahre durch die Kreisverwaltung an private Investoren und deren anschließender Insolvenz, ist die Zukunft des abrissreifen Gebäudes unklar. Das bestätigt Thomas Rimpler, Leiter des Unternehmerbüros/Stadtplanung der Stadtverwaltung Halberstadt, gestern auf Volksstimme-Nachfrage. Plänen, die Ruine abzureißen, um dort einen Supermarkt zu errichten, hat die Verwaltung einen Riegel vorgeschoben. Dafür sei das Filet-Grundstück städtebaulich viel zu wichtig. Sollte es in Zukunft ein anspruchsvolles Vorhaben geben, so besteht mit der Erweiterung des Stadtumbaugebietes die Möglichkeit, Städtebaumittel für die Co-Finanzierung zu beantragen.

Zu spät kommt der Erweiterungsbeschluss für ein Projekt des Theaterfördervereins Halberstadt. Der Verein wollte den Eingangsbereich für das Große Haus Halberstadt des Nordharzer Städtebundtheaters aufwerten. Der 151 Mitglieder starke Verein hatte eigens dafür mit Unterstützung eines Architekten ein Projekt initiiert.

Schlecht beleuchtet, abschüssig und ein Holzverschlag als Geländer waren wenig einladend zum Besuch des Theaters, berichtet Klaus Rupprich, Vorsitzender des Theaterfördervereins Halberstadt. 37 000 Euro sollte das ausgearbeitete Projekt kosten. 8000 Euro wollte der Verein als Spenden beisteuern. 29 000 Euro sollte das Land als Fördermittel zur Verfügung stellen. "Die haben wir nicht bekommen. Wir wollten das Vorhaben aber nicht ganz scheitern lassen. So wurde abgespeckt", erzählt Klaus Rupprich.

Der Theater-Zugang hat Dank der Unterstützung von Sponsoren für 3000 Euro ein hochwertiges Edelstahlgeländer bekommen. Klaus Rupprich schließt nicht aus, dass mit dem Stadtratsbeschluss weiter an der Verbesserung der Eingangssituation am Theater gearbeitet werden kann. Dann vielleicht mit höheren Chancen dafür Fördermittel zu bekommen.