Fortschritte machen die Arbeiten zur Sanierung am und im Haus des Friedens. Anfang des kommenden Jahres soll der Bau in der Innenstadt Halberstadts bezugsfertig sein. Im unter Denkmalschutz stehenden Gebäude entstehen Senioren-Wohnungen, eine Sozialstation der Volkssolidarität und zwei Wohngruppen für Demenzerkrankte.

Halberstadt l Eine Vision hat das unter Denkmalschutz stehende Haus des Friedens in Halberstadts Innenstadt vor dem Aus bewahrt. Nach 23 Jahren Leerstand hatte der Zahn der Zeit bereits sein zerstörerisches Werk begonnen. Investor Michael Zweckinger hat sich des im Rahmen des Nationalen Aufbauwerks 1954/1955 aus Weltkriegstrümmern errichteten Hauses angenommen. Vor acht Monaten haben die umfangreichen Sanierungsarbeiten begonnen.

Natürlich nicht ohne Nutzungskonzept. Die millionenschwere Investition muss sich für den Eigentümer schließlich langfristig rechnen. Für Michael Zweckinger war daher eines klar, die ursprüngliche Nutzung als Gaststätte scheidet für die Zukunft aus. Einen boomenden Markt gibt es hingegen für barrierefreie Senioren-Wohnungen. Die halten im Haus des Friedens Einzug.

"Die Montage des Fahrstuhlschachts hat echt Nerven gekostet."

Investor Michael Zweckinger

Im Erdgeschoss entstehen sieben altersgerechte Wohnungen. In den zwei darüber liegenden Etagen ziehen jeweils 11 Demenz-Erkrankte in von der Volkssolidarität betreute Wohngruppen ein. Die Bewohner haben ein eigenes Wohn-Schlaf-Zimmer mit Bad und WC. Dazu gehört auf jeder Etage ein großer offener Küchen- und Aufenthaltsbereich, der gemeinsam genutzt werden kann. "Außerdem wird die Volkssolidarität im Erdgeschoss eine Sozialstation betreiben", informiert Michael Zweckinger im Volksstimme-Gespräch. Hinter dem Haus befindet sich ein etwa 1000 Quadratmeter umfassender Außenbereich. Dort entsteht eine Grünfläche mit Sitzgruppe und Wasserspiel für die Bewohner.

Die Sanierungsarbeiten haben Spuren am Gebäude hinterlassen. Die einst graue Fassade hinter dem Baugerüst ist verschwunden, das Haus hat neue Fenster und eine neue Dacheindeckung bekommen. Ein freundlicher Terrakotta-Farbton belebt die Fassade des repräsentativen Gebäudes. "In den kommenden Tagen sollen die Außenarbeiten beendet sein und das Gerüst fallen", so der Investor.

Geschäftig geht es derzeit im Innern des Denkmals zu. Im Treppenhaus wird ein Fahrstuhl eingebaut, um im 1350 Quadratmeter Nutzfläche bietenden Gebäude Barrierefreiheit zu gewährleisten - vom Keller bis ins oberste Wohngeschoss. "Die Montage des Fahrstuhlschachts hat echt Nerven gekostet", erzählt Michael Zweckinger. Die 50 Zentimeter starken Zwischendecken sind sehr massiv. "Die haben damals beim Bau des Hauses scheinbar viel Zement und Eisen zur Verfügung gehabt. Daher haben meine Mitarbeiter für eine Kernbohrung schon mal einen halben Arbeitstag benötigt." Das sei aber nur eine von zahlreichen Überraschungen gewesen, die im Laufe der Sanierung den ursprünglichen Kostenrahmen um etwa zehn Prozent gesprengt haben, berichtet der Eigentümer.

Michael Zweckinger ärgert sich außerdem über den Zeitverzug. Probleme bereitet nicht nur die massive Bauweise. "Wir könnten mit dem Innenausbau bereits viel weiter sein", so der Halberstädter. Allerdings muss er auf Handwerker warten. Deren Auftragsbücher sind randvoll. So hofft Zweckinger, dass das Haus des Friedens Anfang des kommenden Jahres bezugsfertig ist.

 

Bilder