In der Ditfurter Gemeindebibliothek finden sich Klassiker wie auch Trivialliteratur. Herr über 10000 Bücher, Zeitschriften und Videos ist der in dem Ort wohnhafte Ralf Asmus, der den früheren Ein-Euro-Job jetzt ehrenamtlich fortführt.

Ditfurt l Ralf Asmus ist ein echter Bücherwurm, schon seit frühester Kindheit schmökert er gern in Büchern. "Abenteuerromane, fantastische Erzählungen sowie Sciene-Fiction-Literatur faszinieren mich einfach", meint er beim Termin mit der Volksstimme und blickt stolz in den Bibliotheksraum, der sich in der Ditfurter Grundschule befindet. Er zeigt auf die langen Reihen, der nach Themen geordneten Bücher. "Klassiker, Fachbücher und Abenteuergeschichten haben hier ihren Platz gefunden", berichtet er. "Selbst triviale Liebesromane oder Fachzeitschriften haben ihren Platz in unserer Gemeindebibliothek gefunden. Alles ist nach Themenkomplexen geordnet."

Asmus hat in seiner Zeit als Ein-Euro-Jobber viel Arbeit in die Sortierung der Werke gesteckt. Vom 1. Mai 2012 an bis zum 30. April dieses Jahres hat er die Bibliothek betreut. "Danach wurde der Job nicht verlängert", sagt er. "Dennoch konnte ich nicht einfach aufhören. Heute führe ich die Arbeit ehrenamtlich fort." Er hat die Bücher nicht nur in sein Herz geschlossen. Für ihn hat sein Engagement durchaus handfeste Gründe. "In den umliegenden Orten sind nach und nach alle Bibliotheken geschlossen worden", sagt er. "In der Verbandsgemeinde gibt es nur noch in Wegeleben und in Schwanebeck Möglichkeiten, sich ein Buch auszuleihen. Das finde ich sehr traurig."

Ralf Asmus hat noch 20 Stammkunden, die zu den Öffnungszeiten bei ihm vorbeikommen. Dazu haben diese dienstags von 9 bis 12 Uhr und donnerstags von 15 bis 16 Uhr die Möglichkeit. "Als die Grundschule noch geöffnet war, haben mich die Kinder zu den Pausenzeiten oft besucht und oft ein Buch mitgenommen", blickt er zurück. "Es gibt ein großes Angebot an weiterführender Fachliteratur. Das hat meine jungen Besucher fasziniert." Zum Dank haben ihm die Kinder so manches selbstgemalte Bild hinterlassen.

Celine aus Ditfurt hat ihm einen Blumenstrauß aufs Papier gemalt, sogar ein selbst geschriebenes Gedicht findet sich an einer Wandzeitung. Hier hat Asmus die Grüße der Kinder angepinnt. "Ich werfe immer einmal einen Blick darauf und freue mich über die kleinen Kunstwerke der Kinder", bestätigt er. "Jetzt ist es ja viel ruhiger hier geworden. Die Schule wurde in diesem Jahr geschlossen." Das bedauert Ralf Asmus sehr. "Die Kinder fahren jetzt mit dem Bus nach Hedersleben, da bleibt nach dem Nachhauseweg wohl nicht mehr viel Zeit für einen Bibliotheksbesuch", vermutet er.

Für seine Bücherfreunde macht er schon einmal eine Ausnahme. "Jeder weiß, wo ich wohne", versichert er. "Wenn einmal der dringende Bedarf nach einem spannenden Roman da ist, dann kommt der eine oder andere eben außerhalb der Öffnungszeiten vorbei. Das ist für mich kein Problem." Für den Service investieren die Bücherwürmer des Ortes gerade einmal sechs Euro im Jahr. "Rentner und sozial schwache Bürger müssen nur die Hälfte als Jahresbeitrag entrichten", sagt Asmus. "Ich denke, damit liegen wir hier in Ditfurt noch recht günstig."

Der Bibliothekar bekommt hin und wieder Bücherspenden aus der Gemeinde. Dann sortiert er die Werke ordnungsgemäß ein, doppelte Exemplare bietet er zum Verkauf an. "Mehr als einen Euro oder 50 Cent verlange ich nicht dafür", informiert er. "Von dem Geld kaufe ich dann eine dringend benötigte Tintenpatrone für den Kopierer oder einen Besen. "Schließlich bin ich eine Art Selbstversorger", fügt er hinzu. Ein Internetanschluss für den Computer der Bibliothek ist sein großer Traum. "Dann würden vielleicht ein paar Leute mehr kommen", schätzt Ralf Asmus ein.