Das jüngste Geocacher-Treffen am Klostergut Wöltingerode ist weit mehr als nur eine geologische Wanderung durch den Harly gewesen. Es bot spannende Einsichten und Aussichten für nahezu 100 Gleichgesinnte im GeoPark Harz.

Wöltingerode (ru) l Annähernd 100 Geocacher haben sich jetzt bei schönstem Herbstwetter im Biergarten des Klosterguts Wöltingerode in Goslar- Vienenburg getroffen.

Dazu eingeladen hatte Christoph Sehrt, in Cacherkreisen besser bekannt als "Nine Dido", um mit gleichgesinnten den "Internationalen EarthCache Day" zu begehen - und die Resonanz war riesig.

Geocaching ist mittlerweile auch in Deutschland zu einer Trendsportart geworden, bei der man mit Hilfe eines GPS-Gerätes "Schätze" in der Natur sucht. Die Verstecke werden im Internet in Form von Koordinaten angegeben, und mit Hilfe des GPS-Gerätes kann man die zumeist aus Tupperbehältern bestehenden Schätze finden. War man erfolgreich, so trägt man sich an Ort und Stelle in ein Logbuch ein und kann seinen Erfolg dann ebenfalls auf einschlägigen Seiten im Internet teilen.

Größter Anbieter in Deutschland ist Geocaching.com mit über 300 000 eingetragen "Caches" in Deutschland.

Von dieser Seite kam auch die Idee des "Internationalen EarthCache Day". Sogenannte "EarthCaches" bestehen nicht aus physischen Behältern, sondern sind in den allermeisten Fällen Geotope, also geologische Aufschlüsse. Ziel dieses Programms ist es, das Thema Geologie für die Öffentlichkeit populär greifbar und erlebbar zu machen.

Aus dem Anlass wurde der Harzer Geologe Dr. Friedhart Knolle als Fachreferent eingeladen. Er führte die Gruppe über den Höhenzug des Harly mitten im GeoPark Harz-Braunschweiger Land-Ostfalen.

Er erklärte anschaulich und verständlich den geologischen Aufbau und die Zusammenhänge von Erdgeschichte, Flora und Fauna und auch menschlichen Fehlern aus der Vergangenheit, die uns vor Fehlentscheidungen in der Zukunft bewahren können. Denn am Harly war im Jahre 1930 das Kalibergwerk Vienenburg nach einem katastrophalen Laugeneinbruch komplett abgesoffen - eine ähnliche geologische Situation weist heute der Salzstock der Asse mit seiner Atommülldeponie auf.

Interessiert und wissbegierig folgte die Gruppe Gleichgesinnter den Ausführungen des BUND-Experten Knolle, und alle waren sich am Ende der dreistündigen Führung, die auch den Harlyturm einbezog, einig: Solch eine Führung muss es bald mal wieder geben und die nächsten Schatzsuchen werden mit einem erweiterten Blick auf den Naturschutz und auf geologische Zusammenhänge erfolgen.

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