Während der Jahrestagung des Vereins "Organum Gruningense Redivivum" ist über die weiteren Schritte zum Wiederaufbau der kostbaren Beck-Orgel in der Martinikirche Halberstadt beraten worden.

Halberstadt l Ihr Ziel ist ehrgeizig. Die Mitglieder des Vereins "Organum Gruningense Redivivum" (OGR) wissen, dass sie einen langen Atem haben müssen, um die berühmte David-Beck-Orgel in der Martinikirche Halberstadt zu rekonstruieren. Dennoch geht es Schritt für Schritt voran mit Kirche und Orgel. Denn ohne entsprechende bauliche Sanierung des Gotteshauses kommt auch die Orgelrekonstruktion nicht zum Ziel.

Hier gibt es positive Signale. Bis April 2015 läuft die Sanierung des Hauptschiffes der Martinikirche. Eine Grundvoraussetzung für das Gesamtvorhaben ist damit gegeben. Vor diesem Hintergrund verlief auch das zweitägige Jahrestreffen des Vereins mit internationaler Beteiligung. Neben deutschen Orgelfachleuten und Vertretern deutscher Orgelbaufirmen konnten Gäste aus Frankreich, der Schweiz, aus Italien und den Niederlanden zu einem angeregten Meinungsaustausch begrüßt werden. An der Tagung nahmen ebenfalls Beauftragte staatlicher und kirchlicher Institutionen, die für die bauaufsichtlichen und denkmalschutztechnischen Belange zuständig sind, teil.

Im Mittelpunkt des Fachgespräches stand die Frage, wie die neu zu schaffende Orgel auf der Westempore der Martinikirche positioniert und wie mit den später, um 1770 geschaffenen barocken Anbauten, umgegangen werden soll.

Seit Jahren ist Koos van de Linde in das Projekt eingebunden. Der Orgelkundler und Spezialist für alte Orgeln formulierte auf der Jahrestagung einen Konsens. Der Experte: "Danach werden die Gehäuseteile des Hauptwerks und Pedalwerks der neu zu schaffenden Orgel auf die ursprünglichen Standorte auf der Westempore zurückversetzt. Das heißt, dass das Hauptwerk deutlich nach Westen wandert und die Pedaltürme nach vorne gerückt werden. Das Rückpositivgehäuse, das sich in der Harslebener Kirche befindet und in die Martinikirche umgesetzt wird, muss dazu entsprechend soweit vorgesetzt werden, dass genug Platz für den Organisten zwischen Hauptwerk und Rückpositiv bleibt. Die barocken Einbauten bleiben jeweils an den Orten der Gehäuseteile, an denen sie sich derzeit befinden. Über den seitlichen Emporenanschluss müssen noch weitere Überlegungen erfolgen."

Landrat und Mitglied des Fördervereins Martin Skiebe (CDU) unterstrich, dass der Förderverein "Organum Gruningense Redivivum" einen bemerkenswerten Beitrag zur Erhaltung und Vergrößerung der kulturellen Vielfalt in der Region und darüber hinaus leiste.

Wer mehr über die Arbeit des Vereins zur Rekonstruktion der berühmten Renaissanceorgel von David Beck wissen oder dieses Vorhaben finanziell unterstützen möchte, wird unter www.praetorius-beckorgel.de fündig.

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