Die Motorradsaison ist zu Ende. Allein für den Harzkreis lautet die Unfallbilanz zwei Tote, 52 Schwer- und 81 Leichtverletzte. Auch deshalb führt die Polizei ihre grenzübergreifende Aktion "Sicher durch den Harz" fort. 2015 sind die Beamten in Nordhausen dafür federführend.

Halberstadt l Es ist Donnerstag, der 20. März 2014. Gegen 15.40 Uhr stößt auf der Landstraße zwischen Almsfeld und Hüttenrode eine Suzuki mit einem Pkw zusammen. Im Polizeibericht steht später zu lesen: "Nach bisherigem Erkenntnis- und Ermittlungsstand war der Motorradfahrer in einer Rechtskurve nach links auf die Fahrbahn geraten." Der 24-jährige Biker aus Ebergötzen bei Göttingen stirbt vor Ort. In der Statistik wird er als erster Unfalltoter des Jahres bei den Zweiradfahrern geführt. Die Maschine hatte er sich übrigens von seinem Vater ausgeliehen.

Freitag, 31. Oktober, 14.05 Uhr: Bei Siptenfelde in Richtung Alexisbad gerät ein 63-Jähriger mit seiner Yamaha auf der B 242 von der Fahrbahn, landet in einem Graben und anschließend an der Leitplanke gegenüber. Der Klostermannsfelder muss mit einem Hubschrauber in eine Spezialklinik nach Halle geflogen werden. Er ist der (vorerst) letzte, der Opfer seines eigenen Motorrads geworden ist.

Seit dem ersten Crash im Februar 52 Schwerverletzte

Insgesamt registrieren die Beamten im Harzrevier nach Abschluss der Saison zwei tödlich Verunglückte. Einen weniger als im Vorjahr. Für Peter Pogunke und seine Kollegen ist das dennoch kein Grund, sich zurückzulehnen. Denn die Unfallquote ist nach wie vor unverändert hoch. So sind nach Angaben des Pressesprechers zwischen dem ersten Crash am 14. Februar auf der Osttangente in Halberstadt und dem Unfall Ende Oktober 52 Biker schwer verletzt worden - zwei mehr als 2013. Leichte Blessuren erlitten 81 Frauen und Männer - im Vorjahr waren es 83.

Insgesamt gab es 188 Verkehrsunfälle, an denen Kradfahrer beteiligt waren. Vor zwölf Monaten waren es im gleichen Zeitraum 20 weniger. Crashs verursacht hatten die Biker in 124 Fällen (+4). Nach Altersgruppen gestaffelt zeigt sich die Situation unverändert. Mit 21 Prozent liegen die 40- bis 50-Jährigen an der Spitze, gefolgt von den 30- bis 40-Jährigen mit 19 Prozent. Bei lediglich zwei Kollisionen waren die Schuldigen zwischen 60 und 65 Jahre alt, berichtet Pogunke.

Auch die Herkunft der Unfallfahrer hat sich nicht geändert. 80 der 120 stammen nicht aus dem Harzkreis. Vor einem Jahr waren es 79 von 124.

Bei 18 Kontrollen insgesamt 330 Verstöße geahndet

Um das Problem besser in den Griff zu bekommen, war 2008 zwischen den Ländern Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen eine Kooperation vereinbart worden. Die Aktion "Sicher durch den Harz" soll dazu beitragen, trotz des ständig steigenden Motorradverkehrs im Harz die Unfallzahlen bei den Bikern zu senken.

Wie der Polizeirat resümierte, brachten es seine Kollegen im Harzkreis zuletzt auf insgesamt 18 Kontrollen, zehn davon allein auf der B 81 an verschiedenen Punkten. Dabei wurden 242 Zweiräder überprüft. In 122 Fällen wurden Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung geahndet. Außerdem baten die Beamten 208 Raser zur Kasse.

In der Polizeiinspektion Goslar hatten sich am Dienstag die Vertreter der beteiligten Dienststellen zur Auswertung der diesjährigen Aktion getroffen. Wie in Sachsen-Anhalt sind demnach auch in den anderen beiden Bundesländern die Unfallzahlen bei den Motorradfahrern gleich geblieben. Deshalb soll "Sicher durch den Harz" 2015 unbedingt fortgeführt werden.

Peter Pogunke: "Die Kollegen in Thüringen mit ihrem Schwerpunkt im Kyffhäusergebirge übernehmen die Verantwortung für die Ausrichtung einer Auftaktveranstaltung für die Motorrad-Saison 2015."