Schon seit zwei Jahren arbeitet die Stadt Osterwieck an einer Brandschutz-Risikoanalyse. Jetzt wird sie unter Feuerwehrleuten diskutiert. Es geht auch um die Zukunft der Ortswehren.

Stadt Osterwieck l Zwei Grundaussagen stellte Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ (Buko) im Volksstimme-Gespräch voran: "Die Ortsfeuerwehren haben Bestandsschutz. Es gibt keine Aussagen über Anschaffung oder Umsetzung von Technik." Gerade die Sorge, dass Feuerwehren zusammengelegt werden könnten, wurde innerhalb der Wehren zuletzt häufig diskutiert.

Um die Analyse durch ein Fachbüro aus Leipzig erstellen zu können, hatte zunächst die Stadtverwaltung in ein vom Land vorgegebenen Muster Daten über die Feuerwehren eingepflegt.

Letztendlich geht es darum, die Stadtfeuerwehr für die Zukunft aufzustellen. Und das vor dem Hintergrund schwindender Bevölkerung und alternder Einsatzkräfte. Die Feuerwehrleute wiederum müssten mit immer modernerer Technik auch unter Druck sicher umgehen können. "Das benötigt sehr viel Arbeit und Zeit", erklärte Wagenführ. Aktuell gebe es 370 Einsatzkräfte mit einem Durchschnittsalter von 40 Jahren. "Das ist nicht besorgniserregend", so die Bürgermeisterin, weil auch immer wieder junge Leute dazukämen. "Die Jugendarbeit ist im Stadtgebiet vorangekommen. Es wird viel getan für den Feuerwehrnachwuchs", stellte die Bürgermeisterin fest. Die Zahl der Jugend- und Kinderfeuerwehren ist größer geworden, es wurden Jugendwarte ausgebildet.

Insgesamt spiegelt aber die Zahl der Einsatzkräfte nicht die Realität wider, wenn man beobachtet, wie wenige Feuerwehrleute am Tage bei Alarmierungen tatsächlich zur Verfügung stehen, sagt die Bürgermeisterin. Daher werden meist mehrere Wehren gleichzeitig gerufen.

Berßeler Löschauto muss noch etwas durchhalten

Auch die vorhandene Technik wird analysiert. Das Berßeler Löschauto zum Beispiel ist 50 Jahre alt, und die Wehr benötigt dringend Ersatz. Auf welche Weise der beschafft wird, soll im Ergebnis der Risikoanalyse entschieden werden. "Sollte das Auto aber vorher kaputt gehen, sind wir in der Pflicht zu handeln."

Seit Oktober liegt nun nach Wagenführs Auskunft die erste Auswertung der Daten vor. Diese wurde bereits allen Ortswehrleitern und den Mitgliedern des zuständigen Stadtratsausschusses für Ordnung, Sicherheit und Umwelt vorgestellt. Eine Arbeitsgruppe aus zehn Ortswehrleitern wurde gebildet, die von nächster Woche an alle 14 Tage zusammenkommen will, um noch weitere Hinweise und Vorschläge zur Einarbeitung in die Analyse zu erarbeiten. "Sie sind die Kenner der Materie", unterstrich Wagenführ. Danach soll die Risikoanalyse in die Ortschaftsräte, den Ausschuss sowie im Mai 2015 in den Stadtrat kommen, nannte sie den angestrebten Fahrplan. Das Papier, dessen Erarbeitung das Land von den Kommunen fordert, werde in der Zukunft alle zwei bis drei Jahre aktualisiert.