Mit 180 Tieren war die diesjährige Osterwiecker Rassekaninchenschau gut bestückt. Schon zur Eröffnung fanden sich zahlreiche Besucher ein.

Osterwieck l Wenn die Ausstellung ihre Türen öffnet, haben die Wertungsrichter ihre Arbeit getan. Damit stand am Sonnabendvormittag bereits fest, dass die Zuchtgemeinschaft Gundula und Udo Stanke 1. Vereinsmeister geworden ist vor Karl-Heinz Dittmann und Rudi Riefenstahl. Gästemeister wurde Hans-Georg Tegtmeyer aus Halberstadt.

Die Züchter aus dem 102-jährigen Verein in der Kreisstadt waren zahlreich in Osterwieck vertreten, ermittelten hier auch ihre Vereinsmeister. Denn mit nur noch zehn Mitgliedern - einem Jugendlichen sowie neun Züchtern im Alter zwischen 63 und 85 Jahren - können sie keine eigene Schau mehr ausrichten. Eine Entwicklung, die auch Dieter Nolte bedauert, aber nicht ändern kann. "Seit 2007 hat der Kreisverband ein Drittel seiner Mitglieder verloren", sagte der stellvertretende Verbandsvorsitzende. Vor allem aus Altersgründen. Anfang des Jahres wurden noch 211 Mitglieder gezählt, und Nolte schätzt, dass es am Jahresende unter 200 sein werden. Auch daheim in Dingelstedt ist Noltes Verein personell nicht mehr in der Lage, eine Ausstellung auf die Beine zu stellen.

In Osterwieck gibt es diese Gefahr noch nicht, auch dank "rüstiger Rentner", die Zeit und Kraft für den aufwendigen, mehrtägigen Aufbau des Areals in der kleinen Turnhalle haben. 15 Mitglieder zählen die Osterwiecker um Vorsitzenden Udo Stanke. Zwar seien keine Jugendlichen darunter, aber doch einige jüngere Leute. Dazu gehöre Jana Bode, die neu im Verein ist und mit ihren Zwergwiddern Havanna weiß eine seltene Rasse züchtet.

Der Osterwiecker Verein zählt zu den erfolgreichsten im Landkreis. Bei der jüngsten Kreismeisterschaft in Veckenstedt wurde der Verein Zweiter, Rudi Riefenstahl errang sogar einen Kreismeistertitel. Dass er nun "nur" 3. Vereinsmeister wurde, führte er auch auf die schwierig zu züchtende Rasse Holländer schwarz-weiß zurück. Hier benötige man besonders viele Tiere, um einige wenige herausragende für die Ausstellung zu bekommen. Mittlerweile ist Riefenstahl der einzige im Landkreis, der diese Rasse noch züchtet. Auf Bundesschauen kämen vielleicht noch 20 Züchter zusammen. Diese seltene Rasse trotz schwieriger zu erzielender Erfolge zu erhalten, ist es ihm wert. "Früher waren die Ausstellungen bunter", ist seine Beobachtung als jahrzehntelanger Züchter.

Ähnlich sieht es Dieter Nolte, der sich seit 1967 den Rheinischen Schecken verschrieben hat, heute eine ebenso seltene Rasse. Er zählt einige Details im Fell auf, die einfach passen müssen, damit die Bewertung stimmt: Augenringe, Backenpunkt, Seitenzeichnungen, der Aalstrich entlang der Wirbelsäule, die Schnauzenzeichnung wie ein Schmetterling. "So ein Tier wirkt wie angemalt."

Auch wenn die Kreisschau und die eigene Ortsschau nun absolviert sind, stehen den Osterwieckern noch einige Höhepunkte bevor. So werden einzelne Züchter an der Kreisrammlerschau in Groß Quenstedt teilnehmen, an der Landesschau in Magdeburg und an der Bundesrammlerschau in Ulm. Im Stadtgebiet werden Kaninchen noch einmal am 17. und 18. Januar innerhalb der Deersheimer Kleintierausstellung gezeigt.