Hessen (mhe) l Im Hessener Schlosspark ist am Sonnabend mit 20 jungen Bäumen eine lückenhafte Lindenallee geschlossen bzw. nach historischem Vorbild verlängert worden. Der über 100 Meter lange Weg endet jetzt wieder an einem Rondell. Vor über 400 Jahren befand sich hier der Küchengarten für die Braunschweiger Herzogsfamilie.

Die Pflanzaktion bedeutete den Abschluss eines gemeinsamen Projektes von Schülern der Sekundarschule "Thomas Mann" Dardesheim und des Hessener Schloss-Fördervereins. "Denkmal aktiv" heißt das Förderprogramm, für das die Mann-Schule den Zuschlag bekommen hat. Federführend aktiv waren die Schüler, die im Mai hier auf Schloss Hessen ihre Jugendweihe erhalten haben. Sie werden nun auch Pflegepatenschaften für die Anpflanzungen übernehmen.

"Wieder ein Stück geschafft", freute sich Klaus Bogoslaw, der Schlossvereinsvorsitzende. Im vorigen Jahr hatte der Verein schon 800 Meter Wege im Landschaftspark, der in der heutigen Form vor etwa 200 Jahren angelegt wurde, erneuert. Dieses Jahr wurden eine Brücke gesichert und das Wegestück mit Rondell geschaffen. Das alles vor dem Hintergrund der Gartennächte, die jedes Jahr Besucherscharen anziehen. Durch die Verlängerung der Lindenallee ist nun neuer Platz für die folgenden Gartennächte erschlossen worden.

Anliegen des Programms "Denkmal aktiv" der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ist es, Schüler für den Erhalt von Denkmalen zu sensibilisieren. Rektorin Helga Hirth und Geschichtslehrerin Sybille Drünkler sehen gerade in diesem Hessener Projekt "etwas fürs Leben". Und Patrik Nowak, einer der beteiligten Schüler, stellte sich schon vor, dass er die neuen Bäume in 60 Jahren so groß wie die noch erhaltenen elf Linden erleben kann.

Die Baumpflanzaktion war nur die Krönung des einjährigen Projekts, an dem sonst auch die ganze Klasse 9a beteiligt war. Die Schüler unternahmen eine Exkursion zum Schloss Hundisburg, um ein Vorbild für eine historische Lindenallee kennenzulernen, erfuhren viel über die Geschichte von Schloss Hessen und hatten ein Gespräch mit einer Denkmalpflegerin aus dem Landesamt.

Dass die Bäume am Sonnabend binnen weniger Stunden in die Erde kommen konnten, daran hatten helfende Eltern einen Anteil. Die Baufirma von Markus Nahs hatte vorher schon tiefe Pflanzlöcher ausgehoben. "Mit der Hand wären wir nicht so schnell fertig geworden", sagte Klaus Bogoslaw.