Der Heimatverein Schwanebeck hat seine lange geplante Baumpflanzung in der Oscherslebener Straße in die Tat umgesetzt. Eine Rotbuche hat dort ihren Platz bekommen. Das Ereignis mobilisierte die Einwohner, die in Scharen zum Standort des Baumes pilgerten.

Schwanebeck l Die Pflanzung einer jungen Rotbuche durch den Heimatverein in der Oscherslebener Straße ist in Schwanebeck zu einem Großereignis geworden. Seit etwa einem Jahr hatten sich die Mitglieder des Vereins mit dem Gedanken getragen, die bislang kahle Ecke mit einem Baum zu verschönern. Der Plan wurde im Vorfeld mit der Verbandsgemeinde Vorharz abgesprochen, auch der Stadtrat hatte zugestimmt. "Der Platz, direkt gegenüber der Litfaßsäule und der alten Lore, ist geradezu ideal", sagte Petra Hein, die Vorsitzende des Heimatvereins, gegenüber der Volksstimme. "Wir haben uns sehr über das große Interesse der Bevölkerung gefreut."

Die Arbeiten mit schwerer Technik erledigte der Schwanebecker Tino Weber. Schon beim Ausheben der Grube wurde schnell klar, dass ein größeres Loch benötigt wird. "Hier stand früher einmal ein Gebäude", erklärte Weber. "Das Gelände ist im Untergrund mit Kies und Steinen aufgefüllt worden. Daher musste ich einige Tonnen des Füllmaterials entfernen." Weber musste gleich zweimal mit seinem Kleintransporter hin und her fahren, um den Schotter zu entsorgen und Mutterboden heranzuschaffen.

"Wir wollten absolut sicher gehen, dass die Buche hier auch Wurzeln schlagen kann", erklärte Petra Hein. "Immerhin hat sie ja Geld gekostet, das aus dem Spendentopf der 950-Jahr-Feier 2012 stammt."

Die ganze Aktion zog sich über mehr als eine Stunde hin. Dann stand der Baum am vorgesehenen Ort. Die Freiwillige Feuerwehr Schwanebeck griff den Pflanzern unter die Arme. Mit einem Tankfahrzeug erschienen die Wehrleute und sorgten für die Bewässerung. "Das Wasser hätten wir sowieso wechseln müssen", erklärte der stellvertretende Wehrleiter Uwe Hoffmann. "Da haben wir die Chance genutzt, und gleich noch etwas Gutes für unsere Stadt getan." Hoffmann stellte sich selber mit der Spritze in der Hand an die Rotbuche und wässerte diese.

Die Aktion lockte neugierige Besucher aus dem benachbarten Landhaus an, die dort zu einer Geburtstagsfeier zusammengekommen waren. Die 80-jährige Jubilarin Christa Schwarzberg - eine ehemalige Schwanebeckerin, die heute in Wernigerode wohnt - freute sich mit dem Pflanzkommando über die neue Buche. Spontan wurde beschlossen, dem jüngsten Gewächs in der Stadt einen Namen zu geben. "Der Baum heißt ab sofort Christa", sagte Petra Hein. Zur Namensweihe spendierte das Geburtstagskind eine Flasche Kräuterlikör, die an die Besucher der Pflanzaktion ausgeschenkt wurde.

Der Baum wird künftig von den Anwohnern der Oscherslebener Straße gepflegt und mit Wasser versorgt. "In der Anfangsphase benötigt die Buche jeden zweiten Tag zehn Liter Wasser", berichtete Petra Hein. "Eine gute Vorarbeit für unseren Einsatz hat Arno Wiesel geleistet. Er hat das Stück vorher noch gemäht", fügt sie dann an.

Die letzten beiden Monate des Jahres bescheren den Mitgliedern des Heimatvereins in Schwanebeck noch mit viele Termine. Für Freitag, den 21. November, lädt der Verein um 19 Uhr zu einer Informationsveranstaltung in den Versammlungsraum von Wolfgang Thölert ein. Dabei soll es um die Johanniskirche gehen. Interessierte Bürger sind gern gesehen. Am Sonnabend, dem 29. November, findet ab 14.30 Uhr die Senioren-Weihnachtsfeier im Nienhagener Dorfgemeinschaftshaus statt. Ab 19 Uhr gibt es dort eine Tanzveranstaltung. Einen Tag später soll das Heimatmuseum in der Breiten Straße von 15 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet werden.

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