Schock am Montagmorgen in der Lüttgenröder Kindertagesstätte. Ein Wasserrohrbruch hat die gesamte Einrichtung geflutet. Nach Stand gestern Nachmittag wird die Einrichtung zumindest diese Woche nicht nutzbar sein.

Lüttgenrode l Die meisten Eltern haben ihre Kinder gestern erstmal zu Hause gelassen. Etwa ein Drittel der 33 Knirpse im Krippen- und Kindergartenalter wurde auf die Einrichtungen in Bühne, Wülperode und "Kinderland" Osterwieck aufgeteilt. An eine Betreuung vor Ort in Lüttgenrode war nicht zu denken. Das Gebäude ist barrierefrei gebaut. Das Wasser konnte sich so in alle Gruppenräume ausbreiten.

Es war um 5.40 Uhr, als Erzieherin Beate Fricke nach ein paar Urlaubstagen ihren Dienst antrat und es von draußen schon verdächtig rauschen hörte. Der Schock kam nach dem Aufschließen der Tür. Sämtliche Gruppenräume der Kinder standen unter Wasser. Bis zu zehn Zentimeter hoch. Möglicherweise schon das ganze Wochenende über.

Der Wasserrohrbruch selbst war in einem Sanitärraum aufgetreten. "Beim Öffnen der Tür lief das Wasser in meine Stiefel", beschrieb die Erzieherin den hohen Wasserstand dort. Die Havarie ereignete sich vor der Wasseruhr, also im Zuständigkeitsbereich der Ilsetaler Wasser-Abwasser-Anstalt. Die Leitung war an einer Verschraubung geplatzt. Diese war erst 2007 im Zuge des Umbaus des vormaligen Schulgebäudes zur Kita erneuert worden, wie Ilsetal-Vorstand Holger Ballhausen berichtete. Erst Ilsetal-Techniker konnten das Wasser abstellen, da sich unmittelbar vor dem Loch kein Abstellhahn befindet. Die Leitung wurde danach gleich repariert.

Zwei Stunden kehrten Bauhof-Mitarbeiter und Erzieherinnen das Wasser aus den Räumen, nachdem zumindest die leichten Möbel hochgestellt wurden. Alle fünf Erzieherinnen waren schnell gekommen, auch diejenigen im Urlaub oder mit späterem Dienstbeginn.

Wie hoch der Sachschaden an Gebäude und Inventar ist, war gestern offen. Hauptamtsleiter Manfred Riecher berichtete, dass am späteren Nachmittag ein Gutachter erwartet werde. Der Versicherer der Stadt war schon am Morgen vor Ort.

Schaden wird vor allem an den Möbeln befürchtet. Kita-Leiterin Heike Hundertmark-Wedde berichtete, dass es sich überwiegend um Holzmöbel handelt. Diese könnten, so die Befürchtung, durch die Nässe aufquellen. Viele Möbel, darunter auch Doppelstockbetten, seien noch recht neu, teils über Spenden angeschafft.

In dieser Woche wird die Lüttgenröder Tagesstätte geschlossen bleiben. Wann die Kita wieder nutzbar sein kann, hofft Riecher vom Gutachter zu erfahren. Die Kinder werden vorerst weiterhin in Bühne, Wülperode und im "Kinderland" Osterwieck betreut. Die Lüttgenröder Erzieherinnen werden ebenfalls dort mitarbeiten, damit die Kinder vertraute Personen um sich haben. Vor allem um die Kleinsten macht sich Heike Hundertmark-Wedde etwas Sorgen, da sie aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen werden.

   

Bilder