Magdeburg l Verletzungen, die eine Frau beim Benutzen eines Kletterparks im Harz erlitten hat, beschäftigen ab Donnerstag Zivilrichter des Landgerichtes Magdeburg. Im Kern geht es bei der Verhandlung um die Frage, ob der Betreiber der Anlage seine Verkehrssicherungspflichten verletzt hat. Die mittlerweile 39 Jahre alte Klägerin macht Schadensersatzansprüche in Höhe von 650 Euro geltend und fordert darüber hinaus mindestens 7000 Euro Schmerzensgeld. Aufgrund dieser geforderten Summe ist das Landgericht zuständig.

Die Klägerin war im August 2012 bei der Fahrt mit einer sogenannten Drahtseilbahn im Bereich der Ausstiegszone gegen eine Wurzel geprallt, obwohl sie ihre Beine an dieser Stelle bereits angezogen gehabt habe. Bei der Kollision erlitt die Frau eine Knöchelverletzung, die laut Anklage operativ behandelt werden musste.

Die Klägerin vertritt die Ansicht, dass die Wurzel generell gefährlich sei und im Ausstiegsbereich der Seilbahn vom Betreiber des Kletterparks hätte gesichert oder gänzlich beseitigt werden müssen. Ihre Forderung will sie nun vor Gericht durchsetzen.

Die Klage richtet sich nach Volksstimme-Recherchen gegen eine Kletterwald-Firma, die bundesweit mehrere Parks betreibt, darunter wohl mindestens einen in der Harz-Region.

Zum Dreh- und Angelpunkt dürfte in der Verhandlung die Frage werden, ob die Kollision mit der Wurzel für die Klägerin vermeidbar war oder nicht. Zwar setzten die Betreiber derartiger Anlagen mit ihren Geschäftsbedingungen allgemein auf die Eigenverantwortlichkeit der Nutzer. Sobald aber die Einwirkung eines Ereignisses für den Nutzer nicht erkennbar und vorhersehbar sei und folglich auch nicht vermeidbar, müsse die Eigenverantwortlichkeit relativiert werden, so ein Gerichtssprecher. Im konkreten Fall dürfte es um die Frage gehen, ob die Wurzel bei der Seilbahnfahrt rechtzeitig erkennbar war und ob Nutzer der Bahn überhaupt die reale Chance hatten, die Kollision mit der Wurzel zu vermeiden.