Nach der Eltern-Kritik an den Zuständen in der Grundschule in Hedersleben hat es am Donnerstagabend ein Treffen mit den Verantwortlichen gegeben. Schon vor diesem Termin haben Schulleitung und Verbandsgemeinde erste Konsequenzen gezogen.

Hedersleben l Wie kritikwürdig sind die Zustände in der Grundschule Hedersleben? Eine Frage, die nach einem Brief von Eltern gegenwärtig heiß diskutiert wird. In einem ersten Punkt können die Eltern in Kürze mit Reaktionen rechnen, kündigt Annett Rosen als zuständige Ressortleiterin für Grundschulen in der Verbandsgemeinde an: "Die angeführten Probleme im Essenraum haben wir erkannt, hier gibt es tatsächlich Handlungsbedarf."

Die Eltern - im Kern Mütter und Väter aus der Nachbargemeinde Ditfurt, deren Kinder seit diesem Schuljahr in Hedersleben unterrichtet werden - hatten hier fehlende Plätze moniert. Es gebe lediglich sieben Tische mit jeweils sechs Plätzen für rund 80 Mädchen und Jungen. Deshalb müssten die Schüler in zwei Durchgängen essen und stünden aufgrund der begrenzten Pausenzeit unter zeitlichem Druck.

"Wir planen in diesem Raum Umbauten und die Anschaffung anderer Tische und Stühle, um so mehr Plätze zu bekommen", kündigt Annett Rosen als ersten Schritt an. Damit werde zwar immer noch keine Kapazität für 80 Essenteilnehmer erreicht - mit angepeilten 60 Plätzen sei aber mit einer ersten Entspannung zu rechnen. "Obendrein hat die Schulleitung Pläne, im nächsten Schuljahr zwei zusammenhängende Klassenräume als Speiseraum zu nutzen. Dann dürfte das Problem endgültig erledigt sein."

Andere Punkte, beispielsweise beim Transport der Kinder im Schulbus, den Zustand der in den 1980er Jahren gebauten Schule oder den Rahmenbedingungen beim Schwimmunterricht, sollen nun im direkten Gespräch zwischen allen Beteiligten geklärt werden, kündigt die verantwortliche Verwaltungsmitarbeiterin an. Bei der Runde, zu der am Donnerstagabend eingeladen worden war, sollten neben Eltern auch Vertreter der Kreisverwaltung, des Landesschulamtes, der Verbandsgemeinde Vorharz als Schulträger sowie der Schulleitung mit am Tisch sitzen. Obendrein, so Annett Rosen, würden Verantwortliche der Verkehrsbetriebe erwartet.

Annett Rosen ist gewillt, alle Probleme zu besprechen. Beispielsweise die von Eltern erhobenen Vorwürfe, die Busfahrer würden anfahren, bevor die Kinder sitzen, und Sekundarschüler würden Plätze mit ihren Taschen belegen.

Diskussionen dürfte es auch um den Zustand der Schule geben. In dem DDR-Bau monieren die Eltern unter anderem zu kleine Räume: 27 Kinder müssten auf zirka 30 Quadratmetern lernen, schreibt Nicole Littig, Vertreterin von Ditfurter Eltern. Für Annett Rosen Probleme, die längst nicht allein der Verbandsgemeinde anzulasten seien: Jene 30 Quadratmeter hält sie für falsch, Grundschulklassen würden aber heute mit bis zu 29 Kindern gebildet. "Wir kennen nach Jahren mit zwölf bis 15 Kindern pro Klasse sicherlich optimalere Bedingungen, die heutigen Vorgaben im Land sind aber nun mal so."

Den Sanierungsbedarf für die Schule in Hedersleben sieht auch Annett Rosen. Gleiches gelte aber auch für die Schule in Wegeleben, den zweiten langfristigen Grundschulstandort in der Verbandsgemeinde. "Wir haben beide Schulen für das Förderprogramm Stark III angemeldet - ob wir zum Zuge kommen, ist unklar." Und mit noch einem Problem muss die Ressortchefin mittelfristig rechnen: Werden die Mindestschülerzahlen im Land zugunsten kleiner Grundschulen korrigiert, könnte auch die Schule in Harsleben, die mittelfristig geschlossen werden soll, wieder ins Spiel kommen. "Und dann hätten wir drei Schulen aus DDR-Zeiten mit Sanierungsbedarf."