Halberstadt l Täglich rollen Hunderte Autos, Lkws und Busse durch die Halberstädter Harmoniestraße. Viele Fahrer - und auch Fußgänger - stellen sich seit Wochen die Frage, wann das Eckhaus Harmoniestraße/Spiegelstraße saniert wird. Für die Fußgänger geht es auch darum, den seit Monaten gesperrten Fußweg an diesem Haus wieder benutzen zu können.

Die Perspektive, die Hausbesitzer Manfred Bertram skizziert, lässt aktuell wenig Optimismus aufkommen. "Ich finde einfach keine Firma, die die Reparatur machen will", so der Rechtsanwalt. Er habe mittlerweile klare Fakten vom Statiker vorliegen, der die nötigen Arbeiten genau definiert und beschrieben hat. "Allerdings liefen bislang alle Versuche, eine Firma zu finden und von dieser ein konkretes Kostenangebot zu bekommen, ins Leere", so Bertram.

Arbeitsbeschreibung vom Statiker liegt vor

Über die Gründe kann der Betroffene nur rätseln. "Die Firmen wollen eine genaue Arbeitsbeschreibung vom Statiker. Der hat mir jetzt einen exakten Leistungskatalog aufgemacht. Nun hoffe ich, dass mir Firmen darauf basierend ein Angebot offerieren." Dass die Verzögerungen allein mit dem hohen Auftragsvolumen bei den Unternehmen zu tun hat, bezweifelt Manfred Bertram ein wenig: "Ich habe eher den Eindruck, dass die Firmen da nicht so recht ranwollen." Manche hätten sich nach einem ersten Ortstermin gar nicht wieder gemeldet.

Für diese Vermutung könnte sprechen, dass das Haus nach dem Busunfall aus statischer Sicht durchaus eine Herausforderung ist. Am 10. Juni war gegen 8.40 Uhr ein Linienbus, dessen Fahrer offenbar einen Herzanfall erlitten hatte, in das Gebäude gekracht. Der Mann starb bei dem Unfall. Das Haus ist seither provisorisch mit einer Stütze, die THW-Helfer aufgebaut haben, gesichert. Nun geht es unter anderem darum, einen neuen Tragbalken in die Fachwerkkonstruktion einzubinden und das Loch im Mauerwerk wieder zu schließen.

Schäden am Friseursalon sind behoben

Der Bus war vor dem Aufprall in das Haus augenscheinlich führerlos durch die Harmoniestraße gerast und hatte mehrere Häuser touchiert. Die Schäden am Friseursalon der Figaro GmbH sind seit einigen Tagen behoben. "Bei uns waren zwei Fenster herausgerissen worden, die ersetzt werden mussten. Seit Anfang November haben wir den Salon wieder offen", berichtet Figaro-Geschäftsführerin Andrea Döring. Nun müssten noch Schäden an der Hausfassade repariert werden. Dafür sei die Hausbesitzerin federführend verantwortlich.

Die betroffenen Mitarbeiter der Figaro GmbH seien in den vergangenen Wochen in andere Filialen gewechselt, die wegen der Schließung erlittenen Umsatzeinbußen seien von der Versicherung bereits finanziell kompensiert worden.

Manfred Bertram hofft, dass es nun auch bei ihm bald losgehen kann und das in der Hauswand klaffende Loch noch vor dem bevorstehenden Winter fachgerecht geschlossen wird.

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