Kaffee trinken mit dem OB, Film anschauen und anschließend Rundgang durch die Stadt. Der Stammtisch für Neu-Halberstädter hat am Sonnabend neue Einwohner begrüßt.

Halberstadt l Zum Glück sind nicht alle frisch Zugezogenen der Einladung gefolgt, scherzte Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke) zu Beginn der Runde. Allein bis Ende Juni durfte er 525 neue Bürger begrüßen. Da wäre es im Ratssaal dann doch ein wenig eng geworden. So aber hatten die, die gekommen waren, genug Zeit und Muße, sich und die Stadt kennenzulernen. Die Gründe, sich neu oder wieder in der Stadt anzusiedeln, sind vielfältig. Die eine zog der Liebe wegen in die Stadt, für die anderen wird es der Altersruhesitz, und die Dritten kommen vom Dorf und sind von der im Vergleich dazu immer noch komfortablen Infrastruktur angetan.

Die Zahl derer, die nach Halberstadt ziehen, ist seit Jahren recht stabil. Seit zwei Jahren ist das Saldo sogar positiv, wie Henke anmerkte. Mehr Menschen kommen, als gehen. Im Jahr 2011 waren 1611 Zuzüge zu verzeichnen. Darunter waren 1132 Menschen, die zuvor noch nie hier gelebt haben. 2012 waren es 1587 Neubürger, darunter 1145 Erstzuzüge und 2013 verzeichnet die Statistik 1538 Neubürger, davon 1141 Erstzuzüge. All diese werden von Hanka Fiedler und Thea Birkhahn zum monatlichen Stammtisch ins Restaurant "Zippel" gebeten, um ihnen so den Start in einem neuen Umfeld zu erleichtern.

"Ein positives Lebensgefühl vermitteln", das sei auch das Wichtigste, wenn man neue Einwohner gewinnen will, meinte der Oberbürgermeister. Dazu gehören ordentliche Infrastruktur und ein reiches Kulturleben, vor allem aber eine gute wirtschaftliche Entwicklung. Dann sei eine Stadt auch attraktiv für Menschen aller Altersschichten. Denn bislang ist es in Halberstadt so, dass junge Menschen nach der Schule die Stadt velassen. Wer kommt, das sind vor allem die älteren Semester. Oft jene, die hier geboren sind und nach Jahren wieder zurückkehren.